Der erste Schluck aus dem Becher
Häufige Fragen
Der erste Schluck aus einem offenen Becher ist ein aufregender Moment am Familientisch. Ihr Kind entdeckt eine völlig neue Art der Nahrungsaufnahme und macht einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Oft geht dabei noch einiges daneben, aber die Neugier auf das Wasser im Glas ist meist riesig.
Was sich beim Kind zeigt
Wenn Ihr Kind beginnt, sich für Becher und Gläser zu interessieren, werden Sie viele kleine Veränderungen bemerken. Oft wandert der Blick aufmerksam zu Ihrem eigenen Wasserglas. Ihr Kind streckt vielleicht die Hände danach aus oder öffnet den Mund, wenn Sie trinken.
Der eigentliche Vorgang des Trinkens erfordert eine enorme Meisterleistung der Muskulatur. Ihr Kind muss den Becher greifen, ihn zum Mund führen und genau im richtigen Winkel kippen. Gleichzeitig müssen die Lippen den Becherrand umschließen.
Die Zunge, die bisher beim Saugen an der Brust oder Flasche eine Vorwärtsbewegung gemacht hat, muss nun eine neue Position finden. Das Wasser fließt schneller als Milch, was die Koordination von Atmen und Schlucken herausfordert. Ein leichtes Husten oder Prusten kommt dabei häufig vor, da der Körper die Atemwege schützt.
Ein typischer Zeitrahmen
Viele Kinder zeigen ab dem sechsten Lebensmonat erstes Interesse an offenen Bechern. Dies fällt oft mit dem Beginn der Beikostzeit zusammen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Rumpf meist stabil genug, um aufrecht zu sitzen.
Das selbstständige Halten und Trinken ohne Verschütten ist ein längerer Lernprozess. Oft entwickeln Kinder diese Fähigkeiten schrittweise zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat. Manche Kinder greifen schon früh zielsicher nach dem Becher, andere lassen sich lieber noch eine Weile von ihren Eltern helfen. Jeder Rhythmus ist hier willkommen.
So begleiten Sie diesen Schritt
Kleine Becher wählen: Ein kleines Gefäß, etwa in der Größe eines Schnapsglases, passt perfekt in winzige Babyhände. Ihr Kind kann den Rand besser umschließen und die Menge des Wassers ist überschaubar.
Wenig Inhalt anbieten: Füllen Sie den Becher anfangs nur bodenbedeckt mit Wasser. So landet bei einem unerwarteten Schwall nicht gleich alles auf der Kleidung, und Ihr Kind wird nicht von der Flüssigkeitsmenge überrascht.
Hilfestellung geben: Führen Sie den Becher in den ersten Wochen sanft an die Lippen Ihres Kindes. Warten Sie, bis es den Mund von selbst öffnet, und kippen Sie das Gefäß nur minimal. Ihr Kind bestimmt das Tempo.
Gemeinsam trinken: Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn Sie selbst am Tisch aus einem offenen Glas trinken und Ihr Kind dabei anlächeln, weckt das die Freude am Ausprobieren.
Gelassen bleiben: Nasse Oberteile und Pfützen auf dem Tisch gehören zu diesem Meilenstein dazu. Ein großes Lätzchen oder ein Handtuch in Griffweite nehmen den Druck aus der Situation.
Wann ein Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sinnvoll ist
Das Erlernen des Trinkens aus einem offenen Becher ist ein Prozess, der Zeit braucht. Wenn Sie jedoch bemerken, dass Ihr Kind sich bei jedem Schluck sehr stark verschluckt, panisch reagiert oder Flüssigkeiten dauerhaft komplett verweigert, ist ein kurzer ärztlicher Rat hilfreich. Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt kann die Mundmotorik sanft überprüfen und Ihnen wertvolle Tipps für den Alltag geben. So können Sie sicherstellen, dass Ihr Kind Freude am Trinken entwickelt.
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