Der kleine Liegestütz: Wenn das Baby sich mit den Armen abstützt
Häufige Fragen
Wenn Ihr Baby auf dem Bauch liegt und sich plötzlich mit den Ärmchen abstützt, erleben Sie einen wunderbaren Moment der Entwicklung. Dieser kleine Liegestütz stärkt die gesamte Schulterpartie, die Arme und den Nacken. Es ist ein faszinierender Schritt, der Ihrem Kind eine völlig neue Perspektive auf seine Umgebung eröffnet und den Körper auf spätere Bewegungen vorbereitet.
Was sich beim Kind zeigt
In der Bauchlage beginnt Ihr Kind zunächst, den Kopf für kurze Momente anzuheben und die Welt um sich herum zu betrachten. Nach einiger Zeit nutzt es ganz instinktiv die Unterarme, um das Gewicht des Oberkörpers zu tragen. Die Ellbogen befinden sich dabei oft nah am Körper. Diese Haltung gibt dem Rumpf die nötige Stabilität, um die Position für einige Sekunden zu halten.
Aus dieser neuen Höhe heraus kann Ihr Baby sein Umfeld viel besser beobachten. Es sieht Spielzeuge aus einem völlig anderen Winkel und kann Gesichter im Raum leichter erkennen. Mit zunehmender Kraft in den Schultern und Armen streckt es die Ellbogen vielleicht sogar ganz durch. Dann hebt sich die Brust komplett vom Boden ab. Bei diesem sogenannten großen Liegestütz öffnen sich oft auch die Hände, die zuvor vielleicht noch zu kleinen Fäusten geballt waren. Die flachen Handflächen drücken nun fest gegen den Boden.
Dieser Prozess erfordert enorm viel Anstrengung und Konzentration. Oft zittert die kleine Muskulatur anfangs ein wenig. Das Baby lässt sich dann nach wenigen Augenblicken wieder sanft auf den Bauch sinken. Manchmal drückt sich Ihr Kind bei diesen Versuchen auch versehentlich ein Stück nach hinten, anstatt nach vorne zu greifen. Begleitet wird diese körperliche Arbeit häufig von kleinen Schnaufgeräuschen oder einem konzentrierten Gesichtsausdruck.
All diese Bewegungen sind ein hervorragendes Training für die Rumpfmuskulatur. Sie bilden das starke Fundament für das spätere Robben und Krabbeln. Ihr Kind lernt in dieser Phase zudem, das eigene Gleichgewicht auszubalancieren. Wenn es sicher auf den Armen stützt, beginnt es bald, das Gewicht auf eine Seite zu verlagern, um mit der anderen Hand nach einem spannenden Gegenstand zu greifen.
Typischer Zeitrahmen
Die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten verläuft bei jedem Kind in einem ganz eigenen, individuellen Rhythmus. Viele Babys beginnen zwischen dem dritten und fünften Lebensmonat, sich sicher auf die Unterarme zu stützen. Der große Liegestütz mit gestreckten Armen zeigt sich bei vielen Kindern oft zwischen dem fünften und siebten Monat.
Manche Kinder sind bei diesem Meilenstein etwas früher dran, andere lassen sich mehr Zeit und perfektionieren in der Zwischenzeit lieber andere Fähigkeiten wie das Greifen oder das Rollen. Der Weg dorthin verläuft selten linear. An manchen Tagen klappt das Abstützen völlig mühelos, an anderen Tagen möchte Ihr Baby vielleicht lieber entspannt auf dem Rücken liegen und die Beinchen in die Luft strecken.
So begleiten Sie
Sie können Ihr Kind im Alltag wunderbar unterstützen, ohne spezielle Trainingsprogramme durchzuführen. Die beste Begleitung ist eine liebevolle, aufmerksame Umgebung und viel Raum für freie Bewegung.
Bauchlage im wachen Zustand anbieten
Legen Sie Ihr Baby regelmäßig auf eine feste, gemütliche Krabbeldecke, wenn es wach und gut gelaunt ist. Eine feste Unterlage auf dem Boden gibt den kleinen Händen viel mehr Halt als eine weiche Matratze oder das Sofa. So fällt das Abdrücken gegen die Schwerkraft deutlich leichter.
Interesse auf Augenhöhe wecken
Ein kleines Spielzeug, das Sie in einem leichten Bogen vor dem Kind bewegen, weckt sofort die Neugier. Auch ein bruchsicherer Babyspiegel auf dem Boden ist oft ein faszinierender Anreiz. Ihr Kind wird versuchen, den Kopf zu heben und sich abzustützen, um das eigene Spiegelbild genauer zu betrachten.
Selbst auf den Boden gehen
Legen Sie sich einfach selbst zu Ihrem Kind auf die Krabbeldecke. Ihr Gesicht ist für Ihr Baby die allerschönste Motivation. Wenn Sie sich gegenüberliegen, mit Ihrem Baby sprechen oder leise singen, wird es sich anstrengen, um Sie anzusehen und Ihre Mimik zu studieren.
Eine kleine Handtuchrolle nutzen
Wenn sich Ihr Baby anfangs noch sehr schwertut und schnell frustriert ist, können Sie ein kleines Handtuch zusammenrollen. Legen Sie diese Rolle sanft unter die Brust des Babys, sodass die Arme davor auf dem Boden liegen. Das nimmt ein wenig Gewicht weg und erleichtert die Position.
Auf Pausen und Signale achten
Der kleine Liegestütz ist ein echtes Krafttraining für den kleinen Körper. Achten Sie auf die feinen Signale Ihres Kindes. Wenn es anfängt zu quengeln, den Kopf erschöpft ablegt oder weint, ist es Zeit für eine Pause. Drehen Sie Ihr Baby dann auf den Rücken oder nehmen Sie es tröstend auf den Arm.
Wann mit dem Kinderarzt sprechen
Es gibt eine wunderbar große Bandbreite in der motorischen Entwicklung von Babys. Wenn Sie jedoch bemerken, dass Ihr Baby die Bauchlage auch nach vielen Monaten dauerhaft und stark ablehnt, ist das ein guter Anlass für ein ruhiges Gespräch.
Sprechen Sie auch mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin, wenn Ihr Kind den Kopf in der Bauchlage gar nicht anhebt oder auffällig immer nur einen Arm zum Abstützen nutzt, während der andere passiv bleibt. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bieten einen entspannten Rahmen, um solche Beobachtungen zu besprechen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann die Bewegungsabläufe sanft überprüfen und Ihnen bei Bedarf wertvolle Tipps für den Alltag geben.
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