easykiddo
FunktionenDie ReiseErfahrungenFAQBlog
AnmeldenKostenlos starten
Alle Momente
Moment5 Min. Lesezeit

Die Mama- oder Papa-Phase: Wenn Ihr Kind nur einen Elternteil wählt

Häufige Fragen

Viele Kleinkinder entwickeln phasenweise eine sehr deutliche Präferenz für einen bestimmten Elternteil, besonders wenn es um Trost geht. Diese intensive emotionale Ausrichtung zeigt, wie Ihr Kind in aufregenden Entwicklungsabschnitten eine ganz spezifische sichere Basis sucht. Es handelt sich dabei keineswegs um eine bewusste Ablehnung, sondern vielmehr um einen faszinierenden Schritt in der emotionalen Entwicklung und Autonomiefindung.

Was sich beim Kind zeigt

In dieser Phase beobachten Sie oft sehr klare und manchmal lautstarke Verhaltensweisen bei Ihrem Kind. Wenn es müde, hungrig oder frustriert ist, verlangt es vehement nach einer ganz bestimmten Bezugsperson. Der Versuch des anderen Elternteils, Trost zu spenden, wird dann oft durch Weinen, Wegschieben oder lauten Protest abgewehrt. Ihr Kind zeigt in diesen Momenten ein tiefes Bedürfnis nach genau der Art von Geborgenheit, die es aktuell mit dieser einen Person verbindet.

Dieses Verhalten macht sich in vielen kleinen Alltagssituationen bemerkbar. Manche Kinder möchten ausschließlich von der bevorzugten Person ins Bett gebracht, gewickelt oder getröstet werden. Sie klammern sich förmlich an diesen Elternteil und geraten in große Aufregung, wenn dieser den Raum verlässt. Die emotionale Welt des Kindes ist in diesen Momenten stark fokussiert, da es all seine Sicherheit auf eine einzige Anlaufstelle projiziert.

Interessanterweise ist diese Bevorzugung sehr oft an bestimmte emotionale Zustände geknüpft. In entspannten, fröhlichen Spielmomenten wendet sich Ihr Kind vielleicht völlig unbeschwert beiden Elternteilen zu. Es lacht, teilt sein Spielzeug und genießt die gemeinsame Zeit. Sobald jedoch Stress aufkommt, ein kleines Missgeschick passiert oder die abendliche Müdigkeit siegt, schaltet das kindliche Gehirn auf ein tief verankertes Sicherheitsbedürfnis um.

In dieser Zeit entwickelt sich auch das emotionale Gedächtnis Ihres Kindes rasant weiter. Es kann sich nun viel besser an vergangene Situationen erinnern, in denen eine bestimmte Person besonders erfolgreich Trost gespendet hat. Diese Erinnerungen verknüpft das kindliche Gehirn mit einem starken Gefühl der Sicherheit. Wenn das Kind nun Angst empfindet oder sich unwohl fühlt, ruft es genau dieses gespeicherte Sicherheitsgefühl ab und fordert die entsprechende Person ein. Es ist ein faszinierender Beweis dafür, wie komplex die Gefühlswelt Ihres Kindes bereits strukturiert ist.

Dieses Verhalten ist gleichzeitig ein starkes Zeichen von wachsender Autonomie. Ihr Kind entdeckt, dass es einen eigenen Willen hat und diesen auch ausdrücken kann. Die Wahl der Trostperson ist eine der ersten großen Entscheidungen, die ein Kleinkind in seinem Alltag aktiv trifft. Indem es sich für eine Person entscheidet, übt es Selbstwirksamkeit und erfährt, dass seine Wünsche eine direkte Auswirkung auf seine Umwelt haben.

Typischer Zeitrahmen

Diese ausgeprägten Präferenzphasen treten bei vielen Kindern im Kleinkindalter auf, oft in der Zeit zwischen 13 und 36 Monaten. In dieser Lebensphase passieren unzählige kognitive und emotionale Sprünge gleichzeitig. Das Kind lernt laufen, fängt an zu sprechen und begreift sich zunehmend als eigenständige Person mit eigenen Gefühlen.

Die Dauer einer solchen Phase variiert von Kind zu Kind stark. Bei manchen Kindern hält diese Fokussierung nur wenige Wochen an, bei anderen zieht sie sich über mehrere Monate. Oft wechseln die Präferenzen auch ganz unvermittelt und ohne erkennbaren Grund. Wer heute noch vehement abgewehrt wird, kann schon in der nächsten Woche die absolute Nummer eins für das Kind sein.

So begleiten Sie

Es erfordert viel Einfühlungsvermögen und innere Ruhe, diese intensiven emotionalen Phasen liebevoll zu begleiten. Der wichtigste Aspekt ist dabei, dem Kind Sicherheit zu vermitteln und seine starken Gefühle wohlwollend aufzufangen.

Gefühle benennen und annehmen

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie seinen Wunsch verstehen und akzeptieren. Ein einfacher Satz wie "Du möchtest jetzt unbedingt zu Papa, das verstehe ich gut" hilft dem Kind, sich gesehen zu fühlen. Es lernt dadurch, dass seine Bedürfnisse Raum haben dürfen und ernst genommen werden, selbst wenn die bevorzugte Person gerade nicht da ist.

Präsenz ohne Druck anbieten

Der aktuell weniger gefragte Elternteil kann weiterhin liebevolle Angebote machen, ohne eine Zusage zu erzwingen. Sie können sich einfach leise dazusetzen, ein Buch anbieten oder sanft mit dem Kind sprechen. Diese bedingungslose Verfügbarkeit zeigt dem Kind, dass es jederzeit willkommen ist, sobald es sich bereit dazu fühlt.

Kleine Brücken im Alltag bauen

Wenn die bevorzugte Person das Haus verlässt, können Sie gemeinsam an sie denken. Ein Foto anzuschauen, ein Bild für diese Person zu malen oder ein kleines Lied zu singen, hilft dem Kind bei der Bewältigung der Trennung. So wird der abwesende Elternteil positiv in den Moment integriert, was dem Kind Trost und Orientierung spendet.

Gemeinsame Routinen stärken

Versuchen Sie, schöne und entspannte Alltagsmomente zu dritt zu gestalten. Wenn beide Elternteile beim abendlichen Vorlesen oder beim gemeinsamen Spiel auf dem Teppich präsent sind, erlebt das Kind emotionale Sicherheit im Doppelpack. Diese harmonischen Momente ohne akuten Trostbedarf stärken die Bindung des Kindes zu beiden Bezugspersonen nachhaltig.

Sanfte und klare Übergänge schaffen

Wenn ein Wechsel der Betreuungsperson ansteht, helfen dem Kind klare und vorhersehbare Rituale. Eine liebevolle, aber zügige Verabschiedung durch die bevorzugte Person gibt dem Kind die nötige Orientierung. Zögern oder langes Verabschieden macht den Abschied für das Kind oft schwerer, da es die Unsicherheit spürt und dadurch noch stärker klammert.

Wann mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sprechen

Die Wahl eines Lieblingströsters ist ein sehr häufiger Teil der frühkindlichen Entwicklung. Wenn Sie jedoch beobachten, dass Ihr Kind über sehr lange Zeit extrem panisch reagiert, sobald eine bestimmte Person den Raum verlässt, kann ein unterstützendes Gespräch hilfreich sein.

Auch wenn das Kind sich bei Abwesenheit der bevorzugten Person über viele Stunden gar nicht mehr beruhigen lässt, den Alltag komplett verweigert oder aufhört zu essen und zu spielen, ist ärztlicher Rat sinnvoll. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann gemeinsam mit Ihnen schauen, wie Sie Ihr Kind in seiner emotionalen Sicherheit noch besser stärken können. So finden Sie Wege, den Stress für Ihr Kind sanft zu lindern und sein Vertrauen weiter aufzubauen.

Personalisierte Tipps für Ihr Kind?

easykiddo passt alle Inhalte an das Alter Ihres Kindes an – kostenlos.

Kostenlos starten
easykiddo

Familien begleiten vom ersten Herzschlag bis zur ersten eigenen Wohnung. Jede Phase, jeder Moment, jede Erinnerung.

hello@easykiddo.com
Schönefeld, Deutschland

Produkt

  • Funktionen
  • Preise
  • Blog

Hilfe

  • FAQ
  • Partner werden
  • Kontakt

© 2026 easykiddo. All rights reserved.

ImpressumDatenschutzerklärungCookie-RichtlinieAGBs