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Gemeinsam staunen: Die Magie der geteilten Aufmerksamkeit

Häufige Fragen

Ein faszinierender Moment im ersten Lebensjahr ist es, wenn Ihr Baby plötzlich Ihrem Blick folgt oder auf etwas zeigt, nur um es mit Ihnen zu teilen. Diese sogenannte geteilte Aufmerksamkeit ist ein großer kognitiver Entwicklungsschritt. Ihr Kind erkennt nun, dass Sie beide denselben faszinierenden Gegenstand oder dasselbe Ereignis gleichzeitig erleben können. Es geht nicht mehr nur um die direkte Zweierbeziehung zwischen Ihnen und Ihrem Baby, sondern um ein gemeinsames Erleben der Welt.

Dieser Meilenstein bildet eine wichtige Grundlage für die Sprachentwicklung und das soziale Verständnis. Wenn Ihr Kind lernt, den Fokus mit Ihnen zu teilen, lernt es auch, dass Wörter bestimmte Dinge bedeuten und dass andere Menschen eigene Perspektiven haben. Es ist ein stiller, aber unglaublich tiefer Dialog, der ganz ohne Worte auskommt.

Was sich beim Kind zeigt

Die geteilte Aufmerksamkeit entwickelt sich in feinen, oft berührenden Schritten. Eine der ersten Beobachtungen ist der sogenannte Blickwechsel. Ihr Baby betrachtet intensiv ein Spielzeug, schaut dann zu Ihnen hoch, um zu sehen, ob Sie es auch bemerken, und blickt wieder zurück zum Spielzeug. Dieser dreieckige Blickkontakt zwischen Kind, Bezugsperson und Gegenstand ist ein klares Zeichen für das wachsende kognitive Verständnis.

Ein weiteres deutliches Zeichen ist das Folgen von Blicken und Gesten. Wenn Sie auf einen Vogel am Himmel zeigen und begeistert rufen, dreht Ihr Kind den Kopf und sucht nach dem, was Sie sehen. Es versteht, dass Ihr Zeigefinger eine Richtung vorgibt und Ihr Blick eine Bedeutung hat.

Später wird Ihr Kind selbst aktiv. Es beginnt, auf Dinge zu zeigen. Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied zu früheren Phasen. Das Kind zeigt nicht auf den Keks, weil es ihn essen möchte, sondern es zeigt auf einen Hund im Park, schaut Sie dabei an und freut sich. Es möchte Ihnen etwas mitteilen. Oft bringen Kinder in dieser Phase auch Gegenstände zu ihren Eltern, halten sie hoch und präsentieren sie stolz, ohne sie aus der Hand geben zu wollen.

Ein typischer Zeitrahmen

Die ersten zarten Anzeichen der geteilten Aufmerksamkeit zeigen sich bei vielen Kindern ab einem Alter von etwa sechs bis acht Monaten. In dieser Zeit beginnen sie, dem Blick der Eltern zu folgen oder sich nach Dingen umzudrehen, die die Eltern betrachten.

Oft zwischen neun und zwölf Monaten wird diese Fähigkeit dann deutlich aktiver. Viele Kinder beginnen in diesem Fenster, selbst mit dem Zeigefinger auf spannende Entdeckungen aufmerksam zu machen und den Blickkontakt zu suchen, um die Reaktion der Eltern abzuwarten.

Manche Kinder entdecken diese Freude am gemeinsamen Staunen etwas früher, andere nehmen sich dafür etwas mehr Zeit. Die Entwicklung verläuft hier sehr individuell und in kleinen Schüben.

So begleiten Sie Ihr Kind

Sie können diese wunderbare Phase ganz natürlich im Alltag unterstützen, indem Sie auf die Signale Ihres Kindes eingehen und gemeinsame Erlebnisse schaffen.

Dem Interesse folgen

Achten Sie darauf, wohin Ihr Kind schaut. Wenn es einen roten Ball fixiert, schauen Sie ebenfalls dorthin und benennen Sie den Gegenstand. Sagen Sie beispielsweise, dass der Ball schön rot und rund ist. So merkt Ihr Kind, dass Sie seine Interessen teilen.

Deutlich zeigen und benennen

Nutzen Sie selbst häufig den Zeigefinger. Wenn Sie spazieren gehen, zeigen Sie auf Autos, Bäume oder Tiere und benennen Sie diese. Machen Sie dazu große, ausladende Gesten. Das hilft Ihrem Kind, die Verbindung zwischen der Geste, dem Gegenstand und dem Wort zu verstehen.

Auf Augenhöhe kommunizieren

Begeben Sie sich so oft wie möglich auf die Ebene Ihres Kindes. Setzen Sie sich auf den Boden zum Spielen. Wenn Sie auf einer Höhe sind, fällt es dem Kind viel leichter, den Blickkontakt herzustellen und zwischen Ihnen und dem Spielzeug hin und her zu schauen.

Gemeinsames Lesen entdecken

Bilderbücher sind perfekte Werkzeuge für die geteilte Aufmerksamkeit. Setzen Sie sich gemütlich zusammen, blättern Sie die Seiten um und zeigen Sie auf die Bilder. Warten Sie ab, worauf Ihr Kind schaut oder zeigt, und reagieren Sie darauf mit Freude und Erklärungen.

Wann ein Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sinnvoll ist

Die Entwicklung der Kommunikation ist ein komplexer Prozess. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind im Alter von etwa einem Jahr kaum Blickkontakt aufbaut, nicht auf seinen Namen reagiert oder scheinbar kein Interesse daran hat, Dinge mit Ihnen zu teilen, ist es ratsam, dies ärztlich anzusprechen.

Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt kann die Interaktion Ihres Kindes in Ruhe beobachten und Ihnen eine gute Einschätzung geben. Ein kurzes Gespräch hilft oft, Unsicherheiten auszuräumen und gemeinsam zu schauen, wie Sie Ihr Kind in seiner Kommunikation bestmöglich unterstützen können.

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