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Im Laufschritt: Die ersten Versuche zu rennen

Häufige Fragen

Wenn die ersten freien Schritte sicher geworden sind, entdecken viele Kinder bald die Faszination der Geschwindigkeit. Aus einem ruhigen Gehen wird plötzlich ein schnelles Trippeln, das oft von freudigem Jauchzen begleitet wird. Dieser Meilenstein markiert den Übergang vom reinen Fortbewegen hin zu einem dynamischen Entdecken der Welt. Ihr Kind spürt nun eine ganz neue Kraft in den eigenen Beinen und genießt die Unabhängigkeit, die diese schnelle Fortbewegung mit sich bringt.

Was sich beim Kind zeigt

Die ersten Versuche zu rennen sehen oft noch ganz anders aus als bei älteren Kindern oder Erwachsenen. Ihr Kind nutzt seinen ganzen Körper, um das Gleichgewicht bei dem neuen Tempo zu halten. Die Arme werden häufig angewinkelt und weit nach oben oder zur Seite gestreckt. Sie dienen als wichtige Balancierstangen, während die Beine in schnellen, noch etwas steifen Schritten über den Boden wirbeln.

Ein echtes Rennen zeichnet sich durch eine Flugphase aus, bei der für einen kurzen Moment beide Füße in der Luft sind. In den ersten Monaten ist das schnelle Laufen jedoch meist noch ein sehr zügiges Gehen, bei dem immer ein Fuß Kontakt zum Boden behält. Ihr Kind lehnt den Oberkörper dabei oft leicht nach vorn, um den Schwung optimal zu nutzen.

Eine besondere Herausforderung in dieser Phase ist das Anhalten. Während das Beschleunigen oft schon wunderbar klappt, ist das plötzliche Bremsen motorisch sehr anspruchsvoll. Viele Kinder lassen sich am Ende ihres Laufs einfach in die Arme der Eltern fallen, stoppen an einem weichen Möbelstück oder plumpsen auf den Po. Das Koordinieren von Geschwindigkeit und dem eigenen Körpergewicht erfordert viel Übung.

Zudem werden Sie eine enorme Begeisterung beobachten. Das Gefühl, den Wind im Gesicht zu spüren und Distanzen in viel kürzerer Zeit zu überwinden, sorgt für leuchtende Augen. Gleichzeitig gehören Stürze in dieser Lernphase zum Alltag. Da die Reaktionen noch nicht perfekt auf das hohe Tempo abgestimmt sind, stolpert Ihr Kind häufiger über kleine Unebenheiten.

Neben der reinen Motorik entwickelt sich auch die Wahrnehmung weiter. Ihr Kind lernt, Entfernungen bei höherer Geschwindigkeit neu einzuschätzen. Es muss Entschlüsse nun viel schneller fassen, etwa um einem Hindernis auszuweichen oder eine Kurve zu nehmen. Diese schnelle Verarbeitung von Sinneseindrücken ist eine beachtliche Leistung für das kindliche Gehirn.

Typischer Zeitrahmen

Die motorische Entwicklung verläuft bei jedem Kind in einem ganz eigenen Rhythmus. Viele Kinder beginnen einige Monate nach ihren ersten freien Schritten damit, ihr Tempo zu steigern. Oft lässt sich dieses schnelle Trippeln zwischen dem 18. und dem 24. Lebensmonat beobachten.

Bis sich ein flüssiger Laufstil mit der typischen Flugphase entwickelt, vergeht meist noch etwas mehr Zeit. Viele Kinder verfeinern diese Fähigkeit bis weit in das dritte Lebensjahr hinein. Manche Kinder sind von Natur aus vorsichtiger und lassen sich mehr Zeit, bevor sie die Geschwindigkeit erhöhen, während andere es kaum erwarten können, loszuflitzen.

So begleiten Sie Ihr Kind

Die neue Mobilität bringt viel Freude, erfordert aber auch eine angepasste Umgebung und aufmerksame Begleitung. Mit kleinen Veränderungen im Alltag können Sie diese aufregende Phase wunderbar unterstützen.

Sichere Freiräume bieten: Ihr Kind braucht nun Platz, um seinen Bewegungsdrang auszuleben. Weiche Untergründe wie Gras auf einer Wiese oder feiner Sand auf dem Spielplatz sind ideal für die ersten Laufversuche. Hier federt der Boden kleine Stürze weich ab, und Ihr Kind kann unbeschwert Fahrt aufnehmen.

Auf das richtige Schuhwerk achten: Am besten lernt Ihr Kind die feine Balance barfuß oder in rutschfesten Socken. Wenn Schuhe für draußen nötig sind, eignen sich Modelle mit einer sehr weichen und flexiblen Sohle. Diese erlauben es dem Fuß, gut abzurollen und den Untergrund zu spüren.

Spielerische Anreize schaffen: Kleine Fangspiele bereiten in diesem Alter riesige Freude. Laufen Sie mit langsamen Schritten vor Ihrem Kind her oder breiten Sie die Arme aus, damit es mit vollem Schwung auf Sie zulaufen kann. Solche Spiele stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Hindernisse als Lernchance nutzen: Sobald Ihr Kind sicherer wird, können kleine Variationen im Gelände spannend sein. Leichte Hügel, unebene Wiesen oder weiche Matten im Haus fördern den Gleichgewichtssinn. Begleiten Sie Ihr Kind dabei aufmerksam, lassen Sie es aber eigene Erfahrungen mit dem Untergrund machen.

Gelassen bleiben: Wenn Ihr Kind hinfällt, versuchen Sie, ruhig zu reagieren. Ein sanfter Zuspruch und ein kurzes Trösten reichen oft schon aus, damit es direkt wieder aufsteht und weiterläuft. Ihre Gelassenheit signalisiert Ihrem Kind, dass kleine Stolperer ein ganz natürlicher Teil des Lernens sind.

Wann mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sprechen

Jedes Kind findet sein eigenes Tempo und seinen eigenen Stil beim Laufen. Es gibt keinen Grund zur Eile, wenn Ihr Kind lieber gemütlich unterwegs ist. Falls Sie jedoch beobachten, dass Ihr Kind beim Laufen dauerhaft ein Bein schont, Schmerzen zu haben scheint oder das Gangbild stark asymmetrisch wirkt, ist ein kurzes Gespräch sinnvoll. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann sich die Bewegungsabläufe in Ruhe ansehen und Ihnen mit einer fachlichen Einschätzung Sicherheit geben.

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