Intuitive Schutzreflexe: Sicheres Abfangen und Ausbalancieren
Häufige Fragen
Beobachten Sie einmal, wie Ihr Teenager bei einem Stolperer ganz automatisch und geschmeidig reagiert. Die motorischen Schutzreflexe reifen in dieser Phase deutlich heran, sodass der Körper sich bei kleinen Fehltritten sicher abfängt. Es ist faszinierend zu sehen, wie das Nervensystem blitzschnell das Gleichgewicht wiederherstellt und größere Stürze verhindert.
Was sich beim Kind zeigt
In diesen Jahren verfeinert sich das Zusammenspiel zwischen Gehirn, Muskeln und Gelenken enorm. Ihr Kind entwickelt ein tiefes intuitives Körperwissen, das in vielen Alltagssituationen sichtbar wird.
Ein typisches Bild: Ihr Kind stolpert über eine Teppichkante oder eine Treppenstufe und fängt sich mit einem schnellen, ausgleichenden Schritt sofort wieder auf. Die Hände gehen reflexartig in die richtige Position, um den Körper zu schützen.
Auch beim Sport zeigen sich diese neuen Fähigkeiten sehr deutlich. Wenn Ihr Kind beim Fußball ausrutscht oder beim Skaten das Gleichgewicht verliert, rollt es sich oft instinktiv weich ab. Der Körper weiß nun genau, wie er den Aufprall dämpfen und den Kopf schützen kann, ohne dass Ihr Kind bewusst darüber nachdenken muss.
Zudem passt sich Ihr Teenager mühelos an wechselnde Untergründe an. Ein Spaziergang über wackeliges Geröll, weichen Sand oder rutschiges Laub wird durch feine, ständige Gewichtsverlagerungen souverän gemeistert. Das Körperzentrum balanciert sich dynamisch aus.
Typischer Zeitrahmen
Diese tiefgreifende motorische Entwicklung findet oft zwischen dem zwölften und achtzehnten Lebensjahr statt. In diesem Zeitraum von 145 bis 216 Monaten durchläuft der Körper enorme Veränderungen. Durch plötzliche Wachstumsschübe verändern sich die Hebelverhältnisse der Arme und Beine immer wieder neu.
Das Gehirn leistet in dieser Zeit Erstaunliches, denn es muss die Längen und Gewichte der Körperteile ständig neu berechnen. Daher gibt es Phasen, in denen Bewegungen sehr fließend wirken, abgewechselt von Momenten, in denen die neuen Proportionen kurzzeitig für eine gewisse Tollpatschigkeit sorgen.
So begleiten Sie
Sie können diese wichtige motorische Phase mit einer entspannten und stärkenden Haltung wunderbar unterstützen.
Bewegungsvielfalt im Alltag ermöglichen
Ermutigen Sie Ihr Kind zu unterschiedlichen Bewegungsarten. Ob Tanzen, Kampfsport, Klettern oder einfach das tägliche Radfahren zur Schule, jede Form der Bewegung schult die Reflexe. Je vielfältiger die Reize sind, desto besser lernt der Körper, sich auszubalancieren.
Verständnis für Wachstumsschübe zeigen
Wenn Ihr Kind phasenweise etwas ungeschickt wirkt oder öfter mal ein Glas umstößt, ist Geduld gefragt. Der Körper wächst oft schneller, als das Nervensystem die neuen Maße abspeichern kann. Ein liebevolles Lächeln hilft hier mehr als jede Ermahnung zur Vorsicht.
Vertrauen in den Körper stärken
Teenager testen gerne ihre Grenzen aus. Vertrauen Sie auf die wachsenden Fähigkeiten Ihres Kindes. Wenn es auf Mauern balanciert oder neue Tricks auf dem Skateboard ausprobiert, schult es genau jene Schutzreflexe, die es für ein sicheres Körpergefühl braucht.
Passende Rahmenbedingungen schaffen
Gut sitzende, rutschfeste Schuhe und bei Bedarf die richtige Schutzausrüstung für bestimmte Sportarten geben dem Körper die nötige Basis, um Reaktionen sicher auszuführen. Achten Sie darauf, dass Schuhe nach einem Wachstumsschub nicht unbemerkt zu klein werden und die Balance stören.
Wann mit dem Kinderarzt sprechen
In den allermeisten Fällen ist die motorische Entwicklung in diesem Alter ein fließender, unauffälliger Prozess. Wenn Sie jedoch bemerken, dass Ihr Kind über einen längeren Zeitraum sehr häufig und unerklärlich stürzt, ist ein aufmerksamer Blick ratsam. Auch wenn bereits erlernte, sichere Bewegungsabläufe plötzlich verloren gehen oder Ihr Kind häufig über Schwindel und anhaltende Unsicherheit beim Gehen klagt, ist ein Gespräch mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin ein guter Schritt. Dort kann in aller Ruhe geschaut werden, ob das Gleichgewichtsorgan oder andere körperliche Ursachen hinter der Unsicherheit stecken.
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