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Kleine Erfinder: Ihr Kind nutzt clevere Hilfsmittel

Häufige Fragen

Wenn der Arm zu kurz ist, wird eben ein Kochlöffel geholt, um das Spielzeug unter dem Sofa hervorzuholen. Ihr Kind beginnt in dieser Phase, clevere Hilfsmittel zu nutzen, um eigene Ziele zu erreichen. Dieses faszinierende Um-die-Ecke-Denken ist ein wunderbarer kognitiver Sprung, der zeigt, wie sehr das Verständnis für Ursache und Wirkung gewachsen ist.

Was sich beim Kind zeigt

Eltern beobachten oft mit großem Staunen, wie aus dem kleinen Entdecker plötzlich ein echter Stratege wird. Ihr Kind steht vor einem Problem, hält kurz inne und sucht dann gezielt nach einer Lösung im Raum. Das kann der Moment sein, in dem es an einer Tischdecke zieht, um den darauf liegenden Keks in greifbare Nähe zu befördern.

Ein anderes klassisches Beispiel ist der Einsatz von Werkzeugen zur Verlängerung des eigenen Körpers. Ein herumliegender Stock wird genutzt, um einen Ball unter dem Schrank hervorzuholen. Ein umgedrehter Eimer dient als spontane Trittleiter, um an den Lichtschalter oder die geliebte Keksdose zu gelangen. Ihr Kind begreift nun, dass Gegenstände nicht nur zum Spielen da sind, sondern eine nützliche Funktion haben können.

Auch das Kombinieren von Dingen gehört zu diesem Meilenstein. Vielleicht schiebt Ihr Kind einen Stuhl an die Küchenzeile, klettert hinauf und nutzt dann noch einen Kochlöffel, um an einen Topf zu kommen. Diese mehrstufigen Handlungen erfordern eine enorme geistige Leistung. Ihr Kind muss das Ziel vor Augen behalten, einen Plan fassen, die nötigen Werkzeuge besorgen und die Handlung Schritt für Schritt ausführen.

Dabei zeigt sich oft eine bemerkenswerte Ausdauer. Wenn der erste Versuch scheitert, probieren viele Kinder es erneut, passen ihren Plan an oder suchen nach einem besseren Hilfsmittel. Diese Phase ist geprägt von tiefer Konzentration und einem starken inneren Antrieb, die Welt selbstständig zu meistern. Das räumliche Vorstellungsvermögen wächst mit jedem neuen Versuch.

Typischer Zeitrahmen

Dieses clevere Problemlöseverhalten entwickelt sich oft zwischen 13 und 36 Monaten. Die ersten Ansätze sind meist noch sehr direkt, wie das Heranziehen einer Decke, auf der ein Spielzeug liegt. Mit der Zeit werden die Strategien immer raffinierter.

Viele Kinder beginnen im zweiten Lebensjahr damit, Hocker oder Stühle ganz bewusst dorthin zu schieben, wo sie etwas erreichen möchten. Im dritten Lebensjahr werden die Pläne oft noch komplexer und vorausschauender. Jedes Kind wählt dabei sein eigenes Tempo und seine ganz persönlichen Lieblingsstrategien, um die Umgebung zu erobern.

So begleiten Sie Ihr Kind

Raum für eigene Erfahrungen lassen. Wenn Ihr Kind vor einer Herausforderung steht, warten Sie einen kurzen Moment ab, bevor Sie eingreifen. Oft finden die kleinen Entdecker selbst eine wunderbare Lösung, wenn man ihnen die Zeit dafür gibt. Dieses selbstständige Lösen stärkt das Selbstvertrauen enorm.

Eine sichere Umgebung gestalten. Da nun vermehrt geklettert und geschoben wird, ist ein kurzer Sicherheitscheck in der Wohnung hilfreich. Sichern Sie schwere Möbel an der Wand und räumen Sie gefährliche Gegenstände außer Reichweite. So schaffen Sie einen Raum, in dem Ihr Kind frei und sicher experimentieren kann.

Alltagsgegenstände als Spielzeug anbieten. Die besten Werkzeuge finden sich oft in der Küche oder im Haushalt. Leere Kartons, Plastikschüsseln, Kochlöffel oder kleine Kissen regen die Fantasie an. Ihr Kind wird diese einfachen Dinge auf die kreativsten Arten zweckentfremden und in seine Pläne einbauen.

Frustration liebevoll begleiten. Nicht jeder Plan funktioniert auf Anhieb. Wenn der Stuhl wackelt oder der Stock zu kurz ist, fließen schnell Tränen. Benennen Sie die Gefühle Ihres Kindes ruhig und verständnisvoll. Ein Satz wie "Du hast es so sehr versucht, und jetzt bist du wütend, weil es nicht geklappt hat" hilft oft mehr, als das Problem sofort für das Kind zu lösen.

Erfolge gemeinsam feiern. Wenn der Plan aufgeht und das Ziel erreicht ist, leuchten die Kinderaugen. Freuen Sie sich mit Ihrem Kind über diese kleinen großen Siege. Ihre ehrliche Anerkennung für die gefundene Lösung motiviert Ihr Kind, auch künftig mutig neue Wege auszuprobieren.

Wann ein Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sinnvoll ist

Manchmal machen sich Eltern Gedanken, wenn die Entwicklung scheinbar ins Stocken gerät. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind kaum Interesse an seiner Umgebung zeigt oder wenig Neugier entwickelt, um kleine Hindernisse zu überwinden, sprechen Sie dies ruhig bei der nächsten Untersuchung an. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann Ihre Beobachtungen einordnen, wertvolle Impulse geben und Ihnen mögliche Sorgen nehmen.

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