Meilenstein: Wenn Ihr Kind beginnt, einen Ball gezielt zu werfen
Häufige Fragen
Ein Ball rollt nicht mehr nur über den Boden, sondern fliegt plötzlich durch die Luft. Wenn Ihr Kind beginnt, einen Ball gezielt zu werfen, ist das ein faszinierender Moment in der motorischen Entwicklung. Es nutzt dabei Arme und Oberkörper gemeinsam, um Kraft zu dosieren und die Hand-Auge-Koordination zu verfeinern. Dieser Meilenstein erfordert ein komplexes Zusammenspiel vieler Muskelgruppen. Ihr Kind lernt, das Gleichgewicht zu halten, während es den Schwerpunkt verlagert. Zudem begreift es den genauen Moment, in dem die Hand den Ball loslassen muss.
Was sich beim Kind zeigt
Zunächst beobachten Eltern oft, dass Bälle eher zufällig fallen gelassen oder unkontrolliert weggeschleudert werden. Das bewusste Loslassen ist anfangs eine große Herausforderung für die kleinen Hände. Mit der Zeit verändert sich die Bewegung spürbar. Ihr Kind stellt sich vielleicht breitbeinig hin, holt mit dem Arm aus und richtet den Blick auf ein Ziel.
Manchmal landet der Ball noch hinter dem Kind oder fliegt in eine ganz andere Richtung. Das ist völlig typisch für diesen Lernprozess und sorgt oft für gemeinsames Lachen. Bald schon gelingt es, den Ball bewusst nach vorne zu einer anderen Person oder in einen Korb zu werfen. Dabei lernt Ihr Kind viel über Ursache, Wirkung und die Schwerkraft.
Sie werden vielleicht bemerken, wie konzentriert Ihr Kind schaut, bevor der Wurf passiert. Die Freude über einen hüpfenden Ball motiviert es, die Bewegung immer wieder zu wiederholen. Auch das Beobachten der Flugbahn ist ein wichtiger Teil dieser Entdeckungsreise.
Typischer Zeitrahmen
Die ersten Wurfversuche zeigen sich bei vielen Kindern im Alter von 13 bis 36 Monaten. Manche Kinder entdecken diese Bewegung sehr früh für sich und werfen alles, was sie in die Hände bekommen. Andere Kinder lassen sich mehr Zeit und beobachten lieber, wie Bälle rollen, bevor sie selbst aktiv werfen.
Die Entwicklung verläuft hier in ganz individuellen Schritten. Oft beginnt es mit einem beidhändigen Wurf von unten, bei dem der Ball aus der Hocke nach oben befördert wird. Später wird dann der einhändige Wurf von oben ausprobiert. Auch das Werfen im Sitzen ist eine beliebte Zwischenstufe, da hier das Gleichgewicht leichter zu halten ist.
So begleiten Sie
Bieten Sie weiche Materialien an. Schaumstoffbälle, kleine Kissen oder zusammengerollte Socken eignen sich wunderbar für die ersten Wurfversuche im Wohnzimmer. So bleibt alles sicher und entspannt.
Machen Sie ein gemeinsames Spiel daraus. Setzen Sie sich mit etwas Abstand auf den Boden und rollen oder werfen Sie den Ball sanft hin und her. Das stärkt die Bindung und macht einfach Spaß.
Bauen Sie einfache Ziele auf. Ein leerer Wäschekorb oder ein großer Pappkarton sind hervorragende Ziele für kleine Bälle oder Kuscheltiere. Ihr Kind kann so spielerisch die eigene Treffsicherheit erkunden.
Feiern Sie die Versuche. Ein fröhliches Klatschen oder ein ermutigendes Wort motiviert Ihr Kind, die neue Bewegung weiter auszuprobieren. Der Spaß an der gemeinsamen Aktivität steht dabei immer im Vordergrund.
Zeigen Sie Alternativen, wenn Dinge fliegen, die nicht fliegen dürfen. Wenn Bauklötze geworfen werden, können Sie sanft erklären, dass diese zum Bauen da sind, und stattdessen einen Ball anbieten.
Nutzen Sie die Natur. Draußen im Park oder Garten kann Ihr Kind Bälle, Tannenzapfen oder kleine Steinchen in Pfützen werfen und dabei die eigene Kraft testen. Die weiten Flächen laden zu großen Bewegungen ein.
Wann mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sprechen
Jedes Kind entwickelt sein motorisches Geschick im eigenen Tempo. Falls Sie jedoch bemerken, dass Ihr Kind im dritten Lebensjahr kaum Interesse an Bällen zeigt oder Bewegungen der Arme dauerhaft einseitig wirken, können Sie dies bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung ansprechen. Auch wenn Ihr Kind große Schwierigkeiten hat, das Gleichgewicht beim Stehen zu halten, ist ein kurzes Gespräch hilfreich. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann sich die motorische Entwicklung in Ruhe ansehen und Ihnen bei Bedarf weitere sanfte Anregungen für den Alltag mitgeben.
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