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Tschüss, Schnuller: Ein großer Schritt zum Großwerden

Häufige Fragen

Der Abschied vom Schnuller ist ein emotionaler Meilenstein, der oft mit großem Stolz, aber auch mit Momenten der Unsicherheit einhergeht. Für viele Kinder war dieser kleine Helfer bisher die wichtigste Quelle für Trost und Beruhigung im aufregenden Alltag. Nun beginnt eine neue, faszinierende Phase, in der Ihr Kind lernt, sich auf eigene Weise zu regulieren und zu entspannen. Es entdeckt tief in sich selbst die Fähigkeit, mit starken Gefühlen umzugehen, ohne auf das gewohnte Saugen angewiesen zu sein. Dieser Prozess ist ein wunderbarer Beweis für die wachsende emotionale Reife und Selbstständigkeit Ihres Kindes.

Was sich beim Kind zeigt

In dieser Übergangsphase können Sie viele kleine, feine Veränderungen im Verhalten Ihres Kindes beobachten. Oft beginnt es damit, dass der Schnuller beim vertieften Spielen einfach vergessen wird. Ihr Kind ist so fasziniert von Bauklötzen, Bilderbüchern oder dem Entdecken der Natur, dass das Bedürfnis nach dem Saugen in den Hintergrund tritt. Es spuckt den Schnuller vielleicht häufiger aus, um ungestört brabbeln, singen oder rufen zu können. Die Sprachentwicklung macht in dieser Zeit oft einen sichtbaren Sprung, da die Mundmotorik nun völlig frei arbeiten kann.

Gleichzeitig zeigt Ihr Kind ein wachsendes Bewusstsein für das eigene Großwerden. Vielleicht bemerkt es bei anderen Babys den Schnuller und stellt fest, dass es selbst schon ein größeres Kind ist. Viele Kinder äußern diesen Stolz ganz direkt durch Worte oder eine aufrechte, selbstbewusste Körperhaltung, wenn sie den Schnuller bewusst ablegen. Sie suchen sich nun aktiv neue Wege, um zur Ruhe zu kommen. Das kann ein bestimmtes Kuscheltier sein, eine weiche Decke oder einfach das enge Ankuscheln an Ihre Schulter.

Natürlich gibt es auch Momente der Ambivalenz. An besonders anstrengenden Tagen, bei Müdigkeit oder wenn Ihr Kind krank ist, kann die Sehnsucht nach dem vertrauten Tröster noch einmal stark aufleben. Ihr Kind zeigt in solchen Situationen vielleicht Frustration oder Traurigkeit. Diese Reaktionen sind ein natürlicher Teil des Loslassens. Ihr Kind verarbeitet den Abschied von einem geliebten Begleiter und lernt genau in diesen Momenten, dass Trost auch durch elterliche Nähe, ein sanftes Lied oder beruhigende Worte entstehen kann.

Typischer Zeitrahmen

Das Bedürfnis nach dem beruhigenden Saugen nimmt bei vielen Kindern oft zwischen dem 13. und 36. Lebensmonat spürbar ab. Manche Kinder verlieren schon früh das Interesse und spucken den Schnuller eines Tages einfach aus, ohne jemals wieder danach zu verlangen. Andere Kinder genießen die vertraute Beruhigung noch etwas länger und brauchen einen sanften, schrittweisen Übergang.

Jedes Kind hat dabei sein ganz eigenes Tempo. Der Übergang geschieht selten von heute auf morgen, sondern ist vielmehr ein fließender Prozess. Oft wird der Schnuller zunächst nur noch zum Einschlafen oder in sehr stressigen Momenten benötigt, während er tagsüber bereits völlig in Vergessenheit gerät.

So begleiten Sie

Dieser Meilenstein lässt sich am besten mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen und einer positiven Grundhaltung begleiten. Ihr Kind spürt Ihr Vertrauen in seine neuen Fähigkeiten.

Tagsüber sanfte Pausen einlegen

Sie können Ihr Kind unterstützen, indem Sie den Schnuller tagsüber an einem festen Ort aufbewahren, zum Beispiel in einer kleinen Schatzkiste oder einem speziellen Becher. So ist er nicht ständig in Sichtweite. Wenn Ihr Kind Trost braucht, können Sie zunächst alternative Wege der Beruhigung anbieten, wie eine liebevolle Umarmung oder gemeinsames Kuscheln auf dem Sofa.

Neue Trostspender etablieren

Ein weiches Schmusetuch, ein besonderes Kuscheltier oder ein kleines Kissen können wunderbare neue Begleiter für die Nacht oder für trubelige Situationen sein. Beziehen Sie diese neuen Trostspender aktiv in Ihre täglichen Rituale ein. Wenn das Kuscheltier beim Vorlesen immer dabei ist, wird es bald mit Ruhe und Geborgenheit verknüpft.

Die Einschlafsituation neu gestalten

Besonders am Abend, wenn die Eindrücke des Tages verarbeitet werden, fällt das Loslassen oft am schwersten. Begleiten Sie Ihr Kind in dieser Phase mit besonders viel körperlicher Nähe. Ein sanftes Streicheln über den Rücken, das ruhige Summen eines Schlafliedes oder eine sanfte Massage können das beruhigende Saugen wunderbar ersetzen. Geben Sie Ihrem Kind und sich selbst Zeit, sich an diese neue Abendroutine zu gewöhnen. Es ist völlig in Ordnung, wenn das Einschlafen in den ersten Nächten etwas länger dauert.

Den Abschied liebevoll zelebrieren

Viele Familien nutzen kleine Rituale, um den endgültigen Abschied zu gestalten. Das kann die Übergabe an die Schnullerfee sein, das Aufhängen an einem Schnullerbaum im Park oder das Verschenken an ein neugeborenes Baby im Bekanntenkreis. Wichtig ist dabei, dass Ihr Kind aktiv einbezogen wird und den Zeitpunkt mitbestimmen darf. Ein kleines Geschenk als Anerkennung für diesen mutigen Schritt stärkt das Selbstbewusstsein zusätzlich.

Gefühle und Traurigkeit annehmen

Wenn der Schnuller weg ist, wird es unweigerlich Momente geben, in denen Ihr Kind ihn vermisst. Begleiten Sie diese Traurigkeit liebevoll. Sie können die Gefühle spiegeln und sagen, dass Sie verstehen, wie schwer der Abschied ist. Ihre ruhige Präsenz und Ihr Verständnis helfen Ihrem Kind, diese Emotionen zu verarbeiten und gestärkt daraus hervorzugehen.

Wann ärztlicher Rat hilfreich ist

In den allermeisten Fällen ist die Entwöhnung ein ganz natürlicher Prozess, der sich im Familienalltag gut bewältigen lässt. Wenn Sie jedoch beobachten, dass Ihr Kind extrem unter dem Verlust leidet, über Wochen hinweg keine neuen Beruhigungsstrategien findet oder der Schlaf dauerhaft stark beeinträchtigt ist, kann ein Gespräch in der Kinderarztpraxis wertvoll sein. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann Ihnen helfen, den emotionalen Druck herauszunehmen. Auch bei Fragen zur Zahnstellung oder zur Sprachentwicklung im Zusammenhang mit dem Saugen sind Ihre Kinderärztin, Ihr Kinderarzt oder die zahnärztliche Praxis die besten Ansprechpersonen für eine beruhigende Einschätzung.

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