Da!: Was es bedeutet, wenn Ihr Kind auf Dinge zeigt
Häufige Fragen
Ein winziger Finger reckt sich in die Luft, begleitet von einem aufgeregten Ausruf. Wenn Ihr Kind beginnt, auf Dinge zu zeigen, erleben Sie einen magischen Moment in der frühen Kommunikation. Dieser spannende Entwicklungsschritt öffnet ein völlig neues Fenster zur Welt Ihres Kindes. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie diese wertvollen Augenblicke der geteilten Aufmerksamkeit liebevoll begleiten können.
Die Bedeutung des Zeigens
Das Zeigen ist weit mehr als nur eine Handbewegung. Es ist der Beginn der sogenannten geteilten Aufmerksamkeit. Ihr Kind teilt Ihnen mit, dass es etwas Interessantes sieht und möchte, dass Sie es auch betrachten. Diese Fähigkeit entwickelt sich bei vielen Kindern rund um den ersten Geburtstag. Manche Kinder entdecken diese Art der Kommunikation etwas früher, andere lassen sich damit mehr Zeit.
Es gibt zwei Hauptarten des Zeigens, die Sie im Alltag beobachten können. Zum einen gibt es das fordernde Zeigen. Ihr Kind möchte den Keks auf dem Tisch haben und deutet gezielt darauf. Zum anderen gibt es das hinweisende Zeigen. Hierbei geht es nicht darum, einen Gegenstand zu bekommen, sondern eine Faszination mit Ihnen zu teilen.
Besonders das hinweisende Zeigen ist ein Meilenstein für die emotionale Bindung. Ihr Kind erkennt, dass Sie beide denselben Gedanken über eine Sache haben können. Es ist eine wunderbare Brücke zwischen der nonverbalen Welt und der bald folgenden Sprachentwicklung. Wenn Ihr Kind auf etwas deutet, bittet es Sie quasi darum, ihm das passende Wort dafür zu schenken.
Die Entwicklung zwischen 13 und 36 Monaten
In den ersten Monaten dieser Phase ist das Zeigen oft noch ungenau. Viele Kinder nutzen anfangs die ganze Hand oder strecken den Arm aus. Mit der Zeit wird die Bewegung feiner, bis schließlich der kleine Zeigefinger ganz gezielt eingesetzt wird. Dies erfordert eine beachtliche motorische Kontrolle.
Wenn Ihr Kind älter wird, verlagert sich das Zeigen auch auf Bilder in Büchern. Es beginnt, auf Nachfrage bestimmte Tiere oder Gegenstände auf den bunten Seiten zu identifizieren. Später nutzt Ihr Kind das Zeigen, um Körperteile an sich selbst oder an Ihnen zu benennen. All dies sind fantastische Gelegenheiten für gemeinsame Entdeckungen.
Zudem hilft das Zeigen oft dabei, Frustrationen im Alltag zu verringern. Wenn Ihr Kind noch nicht die passenden Worte hat, bietet der kleine Finger ein starkes Werkzeug. Es kann Ihnen genau mitteilen, was es braucht oder was es gerade stört.
Praktische Tipps: So begleiten Sie die Kommunikation
Worte als Geschenk: Wenn Ihr Kind auf etwas zeigt, benennen Sie den Gegenstand klar und deutlich. Sagen Sie zum Beispiel: "Ah, du siehst den großen Hund." So verknüpft Ihr Kind das Gesehene direkt mit dem passenden Begriff.
Blickkontakt aufbauen: Schauen Sie dorthin, wo der Finger hinweist, und blicken Sie dann zurück zu Ihrem Kind. Ein Lächeln oder ein Nicken bestätigt Ihrem Kind, dass Sie seine Botschaft verstanden haben. Diese Bestätigung motiviert ungemein.
Selbst aktiv zeigen: Sie können diese Form der Kommunikation auch selbst im Alltag vorleben. Zeigen Sie beim Spazierengehen auf interessante Dinge im Park. Begleiten Sie Ihre Geste mit warmen Worten wie: "Schau mal, da drüben ist eine rote Blume."
Offene Fragen stellen: Sobald Ihr Kind etwas mehr versteht, können Sie kleine Fragen in den Alltag einbauen. Wenn es auf den Obstkorb deutet, fragen Sie: "Möchtest du einen Apfel oder eine Banane?" Das gibt Ihrem Kind das Gefühl, aktiv Entscheidungen treffen zu können.
Ausreichend Zeit lassen: Kinder brauchen manchmal einen Moment, um neue Reize zu verarbeiten. Wenn Sie auf etwas zeigen oder Ihr Kind etwas entdeckt hat, warten Sie ruhig ein paar Sekunden. Geben Sie Ihrem Kind die Chance, das Gesehene in aller Ruhe zu betrachten.
Gemeinsames Lesen: Bilderbücher sind ein hervorragendes Werkzeug für die geteilte Aufmerksamkeit. Nehmen Sie sich Zeit für gemütliche Lesemomente auf dem Sofa. Lassen Sie Ihr Kind das Tempo bestimmen und auf die Dinge zeigen, die es gerade spannend findet.
Wenn Sie sich unsicher fühlen
Jedes Kind hat sein ganz eigenes Tempo in der Entwicklung. Einige Kinder plaudern früh, andere beobachten lieber erst einmal ausgiebig ihre Umgebung. Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, dass Ihr Kind wenig Interesse an gemeinsamer Aufmerksamkeit zeigt oder gar nicht auf Dinge deutet, vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl.
Ein Gespräch mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin kann in solchen Momenten sehr beruhigend sein. Die Fachleute können die individuelle Entwicklung Ihres Kindes am besten einschätzen. Sie beantworten Ihre Fragen und geben Ihnen bei Bedarf wertvolle Ratschläge für den Alltag.
Häufige Fragen von Eltern
Mein Kind zeigt mit der ganzen Hand. Ist das ungewöhnlich?
Überhaupt nicht. Viele Kinder beginnen mit einer groben Handbewegung, bevor sie die Feinmotorik für den isolierten Zeigefinger entwickeln. Das ist ein wunderbarer erster Schritt in der Kommunikation.
Muss ich jedes Mal reagieren, wenn mein Kind auf etwas zeigt?
Sie müssen absolut nicht perfekt sein. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie im stressigen Alltag mal eine Geste übersehen. Versuchen Sie einfach, in ruhigen Momenten bewusst auf die Entdeckungen Ihres Kindes einzugehen.
Mein Kind zeigt auf Dinge, sagt aber noch keine Worte. Kommt das noch?
Das Zeigen ist oft ein direkter Vorläufer der gesprochenen Sprache. Indem Ihr Kind auf Dinge deutet, sammelt es die Worte, die Sie ihm dazu anbieten. Die eigene Sprachentwicklung folgt bei vielen Kindern dann ganz in ihrer eigenen Zeit.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Erkenntnisse
- Das Zeigen ist ein elementarer Schritt für die geteilte Aufmerksamkeit.
- Es hilft Ihrem Kind, Wünsche zu äußern und Entdeckungen mit Ihnen zu teilen.
- Durch das Benennen der gezeigten Dinge fördern Sie die Sprachentwicklung enorm.
- Bilderbücher und gemeinsame Spaziergänge bieten tolle, spielerische Übungsmöglichkeiten.
- Bei Unsicherheiten ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt ein guter Ansprechpartner.
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