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Entwicklung4 Min. Lesezeit

Der ausgestreckte Zeigefinger auf dem Weg zur Sprache

Häufige Fragen

Wenn Ihr Kind plötzlich mit dem kleinen Zeigefinger auf einen Hund oder eine Lampe deutet, ist das ein wahrhaft magischer Moment im Alltag. Diese scheinbar einfache Geste ist ein riesiger Schritt in der Entwicklung und legt ein wichtiges Fundament für das spätere Sprechen. In diesem Artikel erfahren Sie, was genau hinter dem ausgestreckten Finger steckt und wie Sie diese spannende Phase gemeinsam mit Ihrem Kind liebevoll begleiten können.

Grundlagen

Viele Kinder entdecken den ausgestreckten Zeigefinger oft zwischen dem neunten und zwölften Lebensmonat. Vorher greifen Babys meist mit der ganzen Hand nach Dingen, die sie haben möchten. Das gezielte Zeigen ist hingegen eine völlig neue Art der Kommunikation. Ihr Kind nutzt diese Geste, um Ihre Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken, das es faszinierend findet. Fachleute nennen diesen Moment geteilte Aufmerksamkeit. Es ist ein wunderschönes Zeichen dafür, dass Ihr Kind seine Gedanken und Entdeckungen mit Ihnen teilen möchte.

Der Zeigefinger fungiert dabei wie eine Brücke zwischen der Welt der Gedanken und der Welt der gesprochenen Worte. Bevor Ihr Kind die passenden Begriffe für all die spannenden Dinge formen kann, nutzt es seine Hand. Es gibt dabei zwei verschiedene Absichten. Manchmal bedeutet das Zeigen: Ich möchte diesen Keks haben. Oft bedeutet es aber auch einfach: Schau mal, da drüben ist ein Vogel. Beides ist für den Weg zur Sprache unheimlich wertvoll. Ihr Kind erkennt, dass es durch sein Verhalten eine Reaktion bei Ihnen auslösen kann.

Diese Phase ist ein wunderbares Training für das Gehirn. Wenn Ihr Kind auf etwas zeigt und Sie den Namen des Gegenstands aussprechen, verknüpft das Gehirn das gesehene Objekt direkt mit dem gehörten Wort. So füllt sich der passive Wortschatz Ihres Kindes jeden Tag ein bisschen mehr. Es ist der Beginn eines echten Dialogs, auch wenn noch keine vollständigen Worte gesprochen werden.

Praktische Tipps

Folgen Sie dem Blick und dem Finger

Wenn Ihr Kind auf etwas zeigt, schauen Sie genau in diese Richtung. Bestätigen Sie die Entdeckung mit Worten. Ein einfaches und freudiges Reagieren reicht völlig aus. Ihr Kind spürt dadurch: Meine Eltern sehen das Gleiche wie ich, wir sind miteinander verbunden.

Benennen Sie die Dinge im Alltag

Nutzen Sie die Neugier Ihres Kindes. Wenn der Finger auf ein Auto zeigt, können Sie sagen: Ja, das ist ein rotes Auto. Durch das ständige Benennen der Dinge helfen Sie Ihrem Kind, die Welt zu ordnen. Wiederholungen sind in dieser Zeit besonders wertvoll und festigen das Wissen.

Zeigen Sie selbst auf spannende Dinge

Sie können diese Art der Kommunikation auch wunderbar selbst anregen. Zeigen Sie beim Spazierengehen auf einen Baum, eine Blume oder einen Hund. Sagen Sie dabei: Schau mal, da ist ein großer Hund. Ihr Kind lernt durch Ihr Vorbild, wie man die Aufmerksamkeit anderer lenkt.

Bilderbücher gemeinsam entdecken

Bücher sind perfekte Begleiter für den ausgestreckten Zeigefinger. Setzen Sie sich gemütlich zusammen und lassen Sie Ihr Kind auf die Bilder deuten. Benennen Sie die Tiere oder Gegenstände auf der Seite. Oft entwickeln Kinder große Freude daran, immer wieder auf dasselbe Bild zu zeigen, um das dazugehörige Wort zu hören.

Geben Sie dem Moment Zeit

Manchmal deuten Kinder auf etwas und warten gespannt auf Ihre Reaktion. Nehmen Sie sich einen kurzen Augenblick Zeit, um gemeinsam innezuhalten. Diese kleinen Momente der Ruhe stärken die Bindung und geben Ihrem Kind das Gefühl, dass seine Entdeckungen wirklich wichtig sind.

Häufige Fragen

Mein Kind zeigt noch mit der ganzen Hand auf Dinge, ist das in Ordnung? Das ist völlig alltäglich und ein wunderbarer Zwischenschritt. Viele Kinder nutzen anfangs die ganze Hand oder den Arm, um in eine Richtung zu deuten. Der isolierte Zeigefinger entwickelt sich oft erst etwas später im eigenen Tempo des Kindes.

Bedeutet das Zeigen, dass mein Kind bald spricht? Das Zeigen ist ein großartiges Fundament für die Sprache. Es zeigt, dass Ihr Kind das Prinzip der Kommunikation verstanden hat. Wann genau die ersten Worte folgen, ist von Kind zu Kind völlig verschieden. Manche Kinder lassen sich damit noch viel Zeit, während sie andere Fähigkeiten ausbauen.

Wann ist ein guter Zeitpunkt für ärztlichen Rat? Jedes Kind geht seinen ganz eigenen Weg in der Entwicklung. Wenn Sie sich jedoch Gedanken über die Kommunikation, den Blickkontakt oder das fehlende Zeigen machen, ist die kinderärztliche Praxis immer ein wunderbarer Ort für ein offenes Gespräch. Dort kann man Sie kompetent beraten und Ihnen mögliche Sorgen nehmen.

Zusammenfassung

  • Das Zeigen ist ein wichtiger Meilenstein für die geteilte Aufmerksamkeit.
  • Es dient als Brücke zwischen nonverbaler Kommunikation und den ersten Worten.
  • Benennen Sie die Dinge, auf die Ihr Kind zeigt, um den Wortschatz aufzubauen.
  • Bilderbücher und gemeinsame Spaziergänge bieten tolle Gelegenheiten zum Üben.
  • Bei Unsicherheiten rund um die Entwicklung ist der Kinderarzt oder die Kinderärztin eine wertvolle Stütze.
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