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Entwicklung7 Min. Lesezeit

Die vier Phasen der Geburt einfach erklärt

Häufige Fragen

Die Geburt eines Kindes ist ein tiefgreifendes Erlebnis, das viele werdende Eltern mit großer Vorfreude, aber auch mit einer gewissen Anspannung betrachten. Wenn Sie wissen, wie eine Geburt typischerweise abläuft, können Sie diesem Ereignis oft viel entspannter und selbstbewusster begegnen. Hier erfahren Sie, wie sich der Weg Ihres Babys auf die Welt in vier Phasen unterteilt und was genau in jeder einzelnen Etappe passiert.

Die erste Etappe: Die Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase ist meist der längste Teil der Geburt und wird oft in eine frühe und eine aktive Phase unterteilt. In der frühen Latenzphase sorgen erste, noch unregelmäßige Wehen dafür, dass sich der Muttermund weicher anfühlt und allmählich zu öffnen beginnt. Diese Zeit verbringen viele Schwangere noch gemütlich in ihrer vertrauten Umgebung zu Hause. Die Wehen sind oft noch gut zu veratmen und lassen Raum für Entspannung oder kleine Spaziergänge.

Sobald die Kontraktionen kräftiger, länger und regelmäßiger werden, beginnt die aktive Eröffnungsphase. Der Muttermund öffnet sich nun stetig weiter, bis er schließlich einen Durchmesser von etwa zehn Zentimetern erreicht hat. In dieser Zeit begeben sich die meisten Eltern auf den Weg in die Klinik oder in das Geburtshaus. Die Begleitperson kann jetzt eine große Stütze sein, indem sie Ruhe ausstrahlt, massiert oder einfach nur die Hand hält.

Am Ende der Eröffnungsphase erleben viele Gebärende die sogenannte Übergangsphase. Die Wehen kommen in dieser kurzen Zeitspanne sehr dicht hintereinander und sind besonders intensiv. Oft fühlen sich Schwangere in diesem Moment erschöpft, doch diese Phase ist ein sicheres Zeichen dafür, dass das Baby bald geboren wird. Hebammen begleiten Sie in dieser Zeit besonders eng und helfen Ihnen, den Rhythmus zu halten.

Die zweite Etappe: Die Austreibungsphase

Sobald der Muttermund vollständig geöffnet ist, gleitet die Geburt fließend in die Austreibungsphase über. Nun schiebt sich Ihr Kind mit jeder Wehe tiefer in das Becken und navigiert durch den Geburtskanal. Die Wehen verändern ihren Charakter deutlich und gehen meist in einen unwillkürlichen, starken Pressdrang über. Viele Frauen empfinden diesen Wechsel als erleichternd, da sie nun aktiv mitarbeiten können.

Die Austreibungsphase kann bei einem ersten Kind durchaus ein bis zwei Stunden in Anspruch nehmen, während sie bei weiteren Geburten oft viel schneller verläuft. Ihr Körper leistet in dieser Zeit enorme Arbeit, und Sie können verschiedene Positionen ausprobieren, um den Weg für Ihr Baby zu erleichtern. Ob in der Hocke, im Vierfüßlerstand oder auf der Seite liegend: Sie spüren meist intuitiv, welche Haltung Ihnen jetzt guttut.

Am Ende dieser Phase wird der Kopf des Babys in der Scheidenöffnung sichtbar. Mit ein paar weiteren, kräftigen Wehen werden schließlich der Kopf und danach die Schultern geboren. Der Rest des kleinen Körpers gleitet dann meist ganz leicht hinterher, und Ihr Baby erblickt das Licht der Welt. Dieser Moment ist oft von einer unglaublichen Erleichterung und großen Emotionen geprägt.

Die dritte Etappe: Die Nachgeburtsphase

Nachdem Ihr Kind geboren ist, beginnt die Nachgeburtsphase. Die Gebärmutter zieht sich nach einer kurzen Pause erneut zusammen, was Sie als milde Nachwehen spüren. Durch dieses Zusammenziehen löst sich die Plazenta, also der Mutterkuchen, von der Gebärmutterwand. Mit etwas Unterstützung und leichtem Pressen wird die Plazenta mitsamt den Eihäuten geboren.

In den meisten Fällen liegt Ihr Baby in diesem Moment bereits nackt und warm eingekuschelt auf Ihrer Brust. Dieser direkte Hautkontakt fördert die Ausschüttung des Kuschelhormons Oxytocin, welches wiederum die Nachwehen unterstützt und die Blutung stillt. Hebammen und Ärzte prüfen die Plazenta auf Vollständigkeit, um sicherzustellen, dass die Gebärmutter gut heilen kann.

Auch das Durchtrennen der Nabelschnur, das sogenannte Abnabeln, fällt in diese Phase. Viele Eltern warten damit, bis die Nabelschnur auspulsiert ist, damit das Baby noch wertvolles Blut aus der Plazenta erhält. Wer die Nabelschnur schließlich durchtrennt, können Sie ganz in Ruhe mit Ihrem Geburtsteam besprechen.

Die vierte Etappe: Die Erholungsphase

Medizinisch gesehen endet die Geburt mit der Erholungsphase, die etwa die ersten zwei bis drei Stunden nach der Entbindung umfasst. Sie und Ihr Kind bleiben in dieser Zeit meist noch im Kreißsaal und werden von der Hebamme und dem ärztlichen Personal aufmerksam begleitet. Puls, Blutdruck und die Rückbildung der Gebärmutter werden regelmäßig kontrolliert. In dieser ruhigen Zeit steht das erste Kennenlernen, das sogenannte Bonding, im absoluten Mittelpunkt.

Oft zeigt Ihr Baby nun erste Suchreflexe und möchte vielleicht schon an der Brust trinken. Die Hebamme hilft Ihnen gerne beim ersten Anlegen, was den Beginn der Stillbeziehung wunderbar unterstützt. Auch das erste Wiegen und Messen des Kindes findet oft am Ende dieser Erholungsphase statt.

Während dieser Stunden führt das Fachpersonal auch die erste Vorsorgeuntersuchung, die U1, durch. Dabei werden die Atmung, der Herzschlag, die Reflexe und die Hautfarbe des Neugeborenen sanft überprüft. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt gesundheitliche Bedenken bezüglich Ihres Babys haben, ist der Kinderarzt oder die Kinderärztin immer der richtige Ansprechpartner, um Sie kompetent zu beraten und Ihr Kind medizinisch zu versorgen.

Praktische Tipps für die Geburt

  • Atmen Sie bewusst und tief: Eine ruhige, tiefe Bauchatmung hilft Ihnen, die Wellen der Wehen besser anzunehmen und den Schmerz zu verarbeiten. Konzentrieren Sie sich darauf, die Luft langsam ausströmen zu lassen. Ihre Hebamme wird Sie dabei anleiten und gemeinsam mit Ihnen atmen, wenn Sie den Rhythmus verlieren.
  • Bleiben Sie flexibel in der Bewegung: Verschiedene Positionen wie Stehen, das Kreisen der Hüfte oder das Sitzen auf einem Gymnastikball können den Weg für Ihr Kind durch das Becken erleichtern. Wechseln Sie die Positionen so, wie es sich für Sie in dem Moment am besten anfühlt. Die Schwerkraft ist dabei ein wunderbarer Helfer.
  • Sorgen Sie für ausreichend Energie: Eine Geburt gleicht einem Marathonlauf und verbraucht enorm viel Kraft. Ein leichter Snack, ein Stück Traubenzucker oder energiereiche Getränke geben Ihnen in der Eröffnungsphase die nötige Ausdauer. Packen Sie am besten ein paar Ihrer Lieblingssnacks in die Kliniktasche.
  • Nehmen Sie Unterstützung dankend an: Ihre Begleitperson kann Ihnen mit sanften Massagen im unteren Rücken, einem kühlen Waschlappen auf der Stirn oder einfach durch aufmunternde Worte viel Sicherheit geben. Besprechen Sie schon vor der Geburt, welche Art der Unterstützung Sie sich wünschen, bleiben Sie aber offen für spontane Änderungen.
  • Schaffen Sie eine vertraute Atmosphäre: Gedimmtes Licht, Ihre eigene Lieblingsmusik oder ein vertrauter Duft können helfen, die Ausschüttung von Endorphinen zu fördern. Diese körpereigenen Hormone wirken schmerzlindernd und entspannend. Machen Sie es sich im Geburtsraum so gemütlich wie möglich.
  • Vertrauen Sie auf Ihr erfahrenes Team: Hebammen, Ärztinnen und Ärzte haben viel Erfahrung und begleiten Sie sicher durch jede einzelne Phase der Geburt. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen oder Ihre Bedürfnisse klar zu äußern. Eine offene Kommunikation schafft Vertrauen und gibt Ihnen ein sicheres Gefühl.

Häufige Fragen zur Geburt

Wie lange dauert eine Geburt insgesamt?

Die Dauer einer Geburt ist sehr individuell und lässt sich im Vorfeld kaum vorhersagen. Bei ersten Geburten vergehen oft zwölf bis achtzehn Stunden von den ersten regelmäßigen Wehen bis zur Geburt des Kindes. Bei Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, geht es häufig deutlich schneller.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um in die Klinik zu fahren?

Viele Hebammen raten dazu, sich auf den Weg zu machen, wenn die Wehen über eine Stunde hinweg alle fünf bis sieben Minuten kommen und jeweils etwa eine Minute anhalten. Wenn die Fruchtblase platzt oder Sie sich zu Hause unwohl fühlen, können Sie sich natürlich auch früher auf den Weg machen. Rufen Sie im Zweifel einfach im Kreißsaal an.

Darf ich während der Geburt essen und trinken?

Ja, das Trinken ist sogar sehr wichtig, um den Flüssigkeitsverlust durch das tiefe Atmen und Schwitzen auszugleichen. Stilles Wasser, ungesüßter Tee oder stark verdünnte Säfte sind eine gute Wahl. In der frühen Phase der Geburt sind auch leichte, gut verdauliche Snacks oft sehr hilfreich, um die Energiereserven zu füllen.

Zusammenfassung

  • Die Geburt ist ein faszinierender Prozess, der sich in vier Hauptphasen unterteilt: Eröffnungsphase, Austreibungsphase, Nachgeburtsphase und Erholungsphase.
  • Die Eröffnungsphase nimmt meist die meiste Zeit in Anspruch und dient dazu, den Muttermund vollständig zu öffnen.
  • In der Austreibungsphase gleitet Ihr Baby aktiv durch das Becken und erblickt schließlich das Licht der Welt.
  • Während der Nachgeburtsphase löst sich die Plazenta, und Sie können sich beim ersten Hautkontakt intensiv kennenlernen.
  • Die Erholungsphase dient dem Bonding, dem ersten Anlegen und der medizinischen Beobachtung von Eltern und Kind.
  • Hebammen und ärztliches Personal, einschließlich Kinderärztinnen und Kinderärzten bei speziellen Fragen zum Neugeborenen, begleiten Sie sicher durch diesen gesamten Prozess.

Herausgegeben von der easykiddo Redaktion · Erstellt mit KI-Unterstützung · Automatisierte Qualitätsprüfung · Zuletzt aktualisiert am 25. Oktober 2026

Quellen

  • Wie verläuft eine Geburt? - Familienplanung.de – BZgA / familienplanung.de
  • Eröffnungsphase - familienplanung.de – BZgA / familienplanung.de
  • Stages of Labor: What To Expect During Labor & Delivery - Cleveland Clinic
  • First and Second Stage Labor Management | ACOG - College – American College of Obstetricians and Gynecologists

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