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Einschlafbegleitung aufteilen: Wenn das Kind nur eine Bezugsperson möchte

Häufige Fragen

Es kommt in vielen Familien vor, dass abends beim Zubettgehen plötzlich nur noch ein bestimmter Elternteil gefragt ist. Das kann für beide Seiten sehr erschöpfend sein, lässt sich aber mit etwas Geduld und liebevollen Ritualen sanft verändern. Hier erfahren Sie, wie sich beide Bezugspersonen die Einschlafbegleitung aufteilen können, sodass die Abende für alle Beteiligten wieder entspannter werden.

Warum Ihr Kind abends eine Präferenz hat

In der Zeit zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr entwickeln viele Kinder sehr klare Vorlieben. Das betrifft oft auch die abendliche Einschlafbegleitung. Ein Elternteil wird dann vehement eingefordert, während der andere scheinbar abgelehnt wird. Für Eltern ist diese Situation oft eine emotionale Herausforderung.

Wichtig zu wissen ist dabei, dass dieses Verhalten keine persönliche Zurückweisung darstellt. Kinder in diesem Alter suchen intensiv nach Sicherheit und Vorhersehbarkeit. Hat sich ein bestimmter Ablauf mit einem Elternteil etabliert, gibt genau diese Routine dem Kind ein starkes Gefühl von Geborgenheit. Die Bevorzugung ist vielmehr ein Zeichen für eine sichere Bindung und das Bedürfnis nach vertrauten Strukturen.

Zudem durchlaufen Kinder viele emotionale und kognitive Entwicklungsschritte. In diesen Phasen greifen sie besonders gerne auf das zurück, was sie am besten kennen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der andere Elternteil weniger geliebt wird oder die Situation für immer so bleiben muss. Mit kleinen, sanften Veränderungen können beide Bezugspersonen wieder in die Abendroutine integriert werden.

Als Elternteam an einem Strang ziehen

Bevor Sie die Abendroutine verändern, ist es hilfreich, sich als Elternpaar auszutauschen. Der bevorzugte Elternteil fühlt sich oft überlastet und wünscht sich mehr Freiraum. Der andere Elternteil empfindet vielleicht Traurigkeit oder fühlt sich ausgegrenzt. Beide Empfindungen sind absolut verständlich und dürfen Raum bekommen.

Sprechen Sie offen über diese Gefühle, ohne sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Einigkeit und gegenseitiges Verständnis bilden die beste Grundlage, um Ihr Kind liebevoll durch diese Veränderung zu begleiten. Kinder spüren sehr genau, wenn Eltern entspannt und sicher auftreten.

Vereinbaren Sie gemeinsam, wie Sie vorgehen möchten. Ein klares, gemeinsames Ziel hilft dabei, auch bei anfänglichem Protest des Kindes ruhig zu bleiben. Wenn Sie sich gegenseitig stärken, fällt es Ihnen viel leichter, dem Kind die nötige Sicherheit zu vermitteln.

Praktische Tipps für eine gemeinsame Einschlafbegleitung

Die Umstellung auf wechselnde Bezugspersonen am Abend gelingt am besten in kleinen, überschaubaren Schritten. So hat Ihr Kind ausreichend Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Schrittweise Übergänge schaffen

Ein abrupter Wechsel von einem Tag auf den anderen kann zu viel Frust führen. Beginnen Sie stattdessen damit, die Abendroutine gemeinsam zu starten. Sie können sich beispielsweise alle zusammen im Kinderzimmer aufhalten, während ein Buch gelesen oder ein Lied gesungen wird.

Nach einigen Tagen übernimmt der bisher weniger eingebundene Elternteil einen kleinen Teil der Routine, etwa das Zähneputzen oder das Anziehen des Schlafanzugs. Der bevorzugte Elternteil bleibt dabei im Raum, rückt aber etwas in den Hintergrund. So erfährt Ihr Kind, dass beide Elternteile für Geborgenheit sorgen können.

Eigene Rituale für beide Elternteile entwickeln

Kinder lieben besondere Momente und kleine Gewohnheiten. Es kann sehr hilfreich sein, wenn jeder Elternteil ein ganz eigenes, kleines Ritual mit dem Kind etabliert. Das kann ein bestimmtes Lied sein, eine besondere Art des Zudeckens oder eine spezielle Kuschelposition.

Wenn der weniger gefragte Elternteil die Begleitung übernimmt, darf der Abend ganz bewusst etwas anders ablaufen als gewohnt. Diese neuen, liebevollen Eigenheiten wecken oft die Neugier des Kindes. Mit der Zeit lernt es die individuellen Rituale beider Bezugspersonen zu schätzen und freut sich auf die Abwechslung.

Tagsüber die Bindung stärken

Die Basis für einen entspannten Abend wird oft schon am Tag gelegt. Wenn das Kind abends stark nach einem Elternteil verlangt, hilft es, tagsüber ganz bewusst exklusive Spielzeiten mit der anderen Bezugsperson einzuplanen.

Ob beim gemeinsamen Bauklötze stapeln, beim Vorlesen auf dem Sofa oder bei einem Spaziergang: Diese ungeteilte Aufmerksamkeit stärkt das Vertrauen. Je mehr positive, exklusive Momente das Kind tagsüber mit diesem Elternteil erlebt, desto leichter fällt es ihm, sich auch abends voller Vertrauen auf ihn einzulassen.

Liebevoll mit Protest umgehen

Veränderungen rufen bei Kindern oft starke Gefühle hervor. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihr Kind zunächst protestiert, wenn nicht der gewünschte Elternteil am Bett sitzt. Dieser Protest ist ein wichtiger und gesunder Ausdruck seiner Gefühle.

Begleiten Sie diese Emotionen ruhig und verständnisvoll. Sätze wie "Ich weiß, du möchtest jetzt gerne Mama haben, das verstehe ich" zeigen Ihrem Kind, dass seine Gefühle ernst genommen werden. Bleiben Sie liebevoll bei Ihrem Kind, trösten Sie es und strahlen Sie Zuversicht aus. Ihre innere Ruhe hilft Ihrem Kind, sich nach und nach zu entspannen.

Wenn die Situation sehr belastend wird

Manchmal sind die Abende über einen langen Zeitraum hinweg von starkem Weinen und großer Unruhe geprägt. Das kann die Kraftreserven der ganzen Familie stark beanspruchen. Es ist wichtig, in solchen Phasen auch gut auf die eigenen Grenzen zu achten.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Situation festgefahren ist, Sie sich als Eltern extrem erschöpft fühlen oder das Schlafverhalten den Familienalltag massiv beeinträchtigt, zögern Sie nicht, sich Unterstützung zu holen. Ein Gespräch mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin kann sehr entlastend sein. Dort können Sie gemeinsam schauen, ob es weitere Wege gibt, die Familie zu unterstützen, und mögliche Unsicherheiten in Ruhe besprechen.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Die Bevorzugung eines Elternteils ist eine häufige Phase und keine persönliche Ablehnung.
  • Offene Kommunikation und Einigkeit im Elternteam sind die Basis für sanfte Veränderungen.
  • Schrittweise Übergänge helfen dem Kind, sich langsam an die neue Situation zu gewöhnen.
  • Individuelle Rituale für jeden Elternteil wecken die Neugier und schaffen neue Vertrautheit.
  • Exklusive Spielzeiten am Tag stärken das Vertrauen für die abendliche Begleitung.
  • Protest darf liebevoll begleitet werden, während Sie Ruhe und Zuversicht ausstrahlen.
  • Bei großer Erschöpfung oder anhaltenden Schwierigkeiten ist die kinderärztliche Praxis eine gute Anlaufstelle.
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