Elterngeld aufteilen: So finden Sie das passende Modell als Paar
Häufige Fragen
Die Vorfreude auf das Baby wächst mit jedem Tag. Gleichzeitig stehen in der Schwangerschaft viele organisatorische Aufgaben an. Eine zentrale Frage für werdende Eltern lautet: Wie können wir die Elterngeldmonate so aufteilen, dass es für unsere Familie am besten passt? Hier finden Sie einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, anschauliche Modelle und praktische Tipps für Ihre gemeinsame Planung.
Grundlagen: Was werdende Eltern wissen dürfen
Das System rund um die Elternzeit bietet Familien viel Flexibilität. Es gibt verschiedene Bausteine, die Sie ganz nach Ihren Bedürfnissen kombinieren können. Das Basiselterngeld fängt einen Teil des wegfallenden Einkommens auf. Wenn beide Elternteile pausieren, steht Ihnen dieses Geld meist für bis zu 14 Monate zur Verfügung. Ein Elternteil kann dabei maximal zwölf Monate für sich beanspruchen.
Das ElterngeldPlus ist eine weitere wertvolle Option. Der monatliche Betrag fällt hier zwar geringer aus, dafür wird es doppelt so lange gezahlt. Das ist besonders praktisch, wenn Sie frühzeitig in Teilzeit in den Beruf zurückkehren möchten. Zusätzlich gibt es den Partnerschaftsbonus. Dieser belohnt Paare mit extra Monaten, wenn beide gleichzeitig in einem bestimmten Umfang in Teilzeit arbeiten. So können Sie Familie und Beruf schrittweise wieder miteinander verbinden.
Beliebte Modelle für die Aufteilung
Viele Familien fragen sich, wie andere Paare diese Zeit gestalten. Hier sind drei häufig gewählte Wege, die als Inspiration dienen können:
Der gemeinsame Start
Viele Paare nutzen die ersten Wochen nach der Geburt gemeinsam, um sich als Familie einzuspielen und sich von der Geburt zu erholen. Achtung: Die Regeln für den parallelen Bezug von Basiselterngeld haben sich kürzlich geändert. Meist ist ein gleichzeitiger Bezug nur noch für einen Monat im ersten Lebensjahr des Kindes möglich. Eine Kombination mit ElterngeldPlus bietet hier oft mehr Spielraum.
Die klassische Aufteilung
Oft nimmt ein Elternteil den Großteil der Monate, während der andere für zwei Monate komplett pausiert. Diese zwei Monate lassen sich wunderbar nutzen, um einen längeren gemeinsamen Familienurlaub zu planen oder die Eingewöhnung in die Kinderbetreuung zu begleiten.
Das Halbe-Halbe-Modell
Immer mehr Familien teilen sich die Zeit genau auf. Jeder bleibt beispielsweise sieben Monate zu Hause. Mit ElterngeldPlus lässt sich diese Zeit sogar noch weiter strecken. Dieses Modell fördert eine sehr gleichberechtigte Bindung zum Kind von Anfang an.
Praktische Tipps für Ihre Planung
Die richtige Entscheidung hängt von vielen persönlichen Faktoren ab. Diese Schritte helfen Ihnen, Klarheit zu gewinnen:
1. Einen Kassensturz machen
Listen Sie Ihre festen monatlichen Ausgaben auf. Überlegen Sie gemeinsam, wie viel Geld Sie im Monat wirklich benötigen, um entspannt leben zu können. Das gibt Ihnen einen sicheren Rahmen für die Planung.
2. Probe rechnen im Internet
Nutzen Sie den offiziellen Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums. Dort können Sie verschiedene Varianten durchspielen und sehen sofort, wie sich die Wahl von Basiselterngeld oder ElterngeldPlus auf Ihr monatliches Budget auswirkt.
3. Den Arbeitgeber frühzeitig einbinden
Klären Sie rechtzeitig, wie flexibel Ihr Arbeitsplatz bei einer Rückkehr in Teilzeit ist. Ein offenes Gespräch mit der Führungskraft hilft, Missverständnisse zu vermeiden und gemeinsame Lösungen zu finden.
4. Flexibel bleiben
Manche Pläne ändern sich, sobald das Baby auf der Welt ist. Informieren Sie sich über die Fristen, um Monate nachträglich zu tauschen oder von der Basis-Variante in die Plus-Variante zu wechseln. Gewisse Anpassungen sind auch nach der Antragstellung noch möglich.
5. Auf die eigene Gesundheit achten
Die erste Zeit mit Baby ist wunderschön, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Erschöpfung ist in vielen Familien ein Thema. Wenn Sie merken, dass die Belastung zu groß wird oder Sie Fragen zur Entwicklung haben, zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen. Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt ist eine verlässliche Anlaufstelle für Sorgen rund um das Kind. Bei mütterlichen Erschöpfungszuständen im Wochenbett ist die gynäkologische Praxis der richtige Kontakt.
6. Den Papierkram vorbereiten
Füllen Sie den Antrag so weit wie möglich schon vor der Geburt aus. Sammeln Sie alle nötigen Gehaltsnachweise in einer Mappe. Wenn das Baby da ist, müssen Sie nur noch das Geburtsdatum eintragen und die Geburtsurkunde beilegen.
Häufige Fragen von Eltern
Können wir den Antrag später noch ändern?
Ja, Anpassungen sind in einem gewissen Rahmen möglich. Solange die beantragten Monate noch nicht ausgezahlt wurden, können Sie Änderungen bei der Elterngeldstelle einreichen.
Dürfen wir beide gleichzeitig zu Hause bleiben?
Das ist grundsätzlich möglich. Beim Basiselterngeld gibt es dafür jedoch strenge zeitliche Einschränkungen im ersten Lebensjahr. ElterngeldPlus bietet hier deutlich mehr Flexibilität für gemeinsame Familienzeit.
Zusammenfassung
- Kombinieren Sie Basiselterngeld und ElterngeldPlus passend zu Ihrem Alltag.
- Berechnen Sie Ihren Finanzbedarf frühzeitig und ehrlich.
- Nutzen Sie offizielle Online-Rechner, um verschiedene Modelle zu vergleichen.
- Bereiten Sie den Antrag und alle Dokumente schon in der Schwangerschaft vor.
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