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Hilfe holen im Notfall: Wie Ihr Kind lernt, den Notruf zu wählen

Häufige Fragen

Schon im Kindergartenalter können viele Kinder lernen, wie sie in einer Notsituation Hilfe rufen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie das Thema Notruf sanft und spielerisch vermitteln, ohne Ängste zu wecken. Sie erfahren praktische Tipps, wie sich Ihr Kind die Nummer gut merken kann und was am Telefon besonders wichtig ist.

Grundlagen zum Notruf für Familien

Oft zeigen Kinder zwischen drei und sechs Jahren ein großes Interesse an Telefonen, Zahlen und der Welt der Erwachsenen. Dies ist ein wunderbares Zeitfenster, um das Thema Sicherheit im Alltag aufzugreifen. Viele Kinder in diesem Alter können sich bereits kurze Zahlenfolgen merken und verstehen einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Wichtig ist dabei, das Thema ganz ruhig und ohne Dramatik anzugehen.

Ein Notfall ist für kleine Kinder ein sehr abstraktes Konzept. Erklären Sie es am besten mit einfachen, klaren Beispielen aus der Lebenswelt Ihres Kindes. Ein Notfall ist zum Beispiel, wenn es brennt, oder wenn Mama oder Papa plötzlich umfallen und nicht mehr aufwachen. Erklären Sie, dass in solchen Momenten besondere Helfer wie die Feuerwehr oder ein Krankenwagen kommen.

Manche Kinder reagieren sehr sensibel auf das Thema Notfall oder Krankheit. Falls Sie bemerken, dass Ihr Kind große Ängste entwickelt oder sich stark sorgt, können Sie dies jederzeit in Ihrer kinderärztlichen Praxis besprechen. Dort erhalten Sie oft wertvolle Ratschläge, wie Sie altersgerecht mit den individuellen Sorgen Ihres Kindes umgehen können.

Praktische Tipps für das Üben zu Hause

Es gibt viele kreative Wege, um das Absetzen eines Notrufs zu üben. Die folgenden Ideen lassen sich wunderbar in den Familienalltag integrieren.

Die Nummer spielerisch merken

Die Notrufnummer 112 lässt sich mit einem einfachen Körper-Trick wunderbar einprägen. Zeigen Sie auf das Gesicht Ihres Kindes: Wir haben einen Mund (1), eine Nase (1) und zwei Augen (2). So wird aus der abstrakten Zahl ein greifbares Bild, das sich viele Kinder besonders gut merken können. Für die Polizei (110) können Sie sich einen ähnlichen Reim oder ein kleines Bild ausdenken.

Das Smartphone entsperren üben

Heute gibt es in vielen Haushalten kein Festnetztelefon mehr. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Ihr Smartphone im Notfall bedienen kann. Fast alle Geräte haben eine spezielle Notfall-Taste auf dem Sperrbildschirm. Üben Sie gemeinsam, wo sich dieser Knopf befindet und wie er aussieht. Es gibt auch spezielle Kinder-Apps, mit denen man das Tippen von Nummern auf einem Bildschirm gefahrlos trainieren kann.

Die eigene Adresse lernen

Damit die Helfer schnell kommen können, brauchen sie die Adresse. Viele Kinder lernen ihre Straße und Hausnummer besonders leicht, wenn man daraus ein kleines Lied macht. Singen Sie die Adresse auf die Melodie eines bekannten Kinderliedes. Wiederholen Sie dieses Lied immer mal wieder beim Spazierengehen oder beim Aufräumen.

Rollenspiele mit dem Spielzeugtelefon

Kinder lernen am besten durch das Spiel. Nehmen Sie ein altes, ausgeschaltetes Telefon oder ein Spielzeugtelefon und spielen Sie den Notruf nach. Sie können die Rolle der Person am anderen Ende der Leitung übernehmen. Fragen Sie ganz ruhig nach dem Namen, was passiert ist und wo das Kind wohnt. So lernt Ihr Kind den Ablauf kennen und weiß, dass am anderen Ende der Leitung jemand ist, der freundlich hilft.

Ruhe bewahren üben

In einer aufregenden Situation ruhig zu bleiben, ist selbst für Erwachsene schwer. Üben Sie mit Ihrem Kind, in stressigen Momenten tief in den Bauch einzuatmen. Erklären Sie, dass die Person am Telefon genau sagt, was zu tun ist, und dass das Kind niemals einfach auflegen darf, bevor die Hilfe da ist.

Häufige Fragen von Eltern

Was passiert, wenn mein Kind aus Versehen den Notruf wählt?

Das kann im Eifer des Gefechts passieren. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es in so einem Fall nicht vor Schreck auflegen darf. Es reicht völlig aus, am Telefon zu sagen, dass es ein Versehen war. Die Leitstellen kennen solche Situationen. Wenn man einfach auflegt, ruft die Leitstelle oft zurück oder schickt im Zweifel sogar Hilfe, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist.

Muss mein Kind die W-Fragen auswendig kennen?

Nein, das ist heutzutage nicht mehr zwingend nötig. Die geschulten Fachleute in der Notrufzentrale übernehmen die Gesprächsführung. Sie stellen alle wichtigen Fragen nacheinander und beruhigen die Anrufenden. Das Wichtigste ist, dass Ihr Kind weiß, wie es die Nummer wählt und dass es am Telefon bleibt.

Wie erkläre ich den Unterschied zwischen einem kleinen Wehwehchen und einem Notfall?

Nutzen Sie klare Beispiele. Ein aufgeschlagenes Knie oder ein verlorenes Kuscheltier sind traurig, aber kein Fall für die 112. Ein Notfall ist es, wenn ein Erwachsener nicht mehr antwortet oder wenn ein echtes Feuer ausbricht. Halten Sie die Erklärungen kurz und sachlich.

Zusammenfassung

  • Die Notrufnummer 112 lässt sich mit dem Gesicht-Trick (1 Mund, 1 Nase, 2 Augen) leicht merken.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind die Notfall-Taste auf dem Sperrbildschirm Ihres Smartphones.
  • Üben Sie die eigene Wohnadresse regelmäßig, zum Beispiel als kleines Lied.
  • Rollenspiele mit einem Spielzeugtelefon nehmen die Angst vor dem Anruf.
  • Erklären Sie, dass die Person am Telefon hilft und man nicht auflegen darf.
  • Besprechen Sie das Thema ruhig und sachlich, um Ängste zu vermeiden.

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