Naseputzen leicht gemacht: So lernt Ihr Kind es spielerisch
Häufige Fragen
Wenn die Schnupfenzeit beginnt, ziehen viele Kinder den Schleim lieber hoch, anstatt ihn in ein Taschentuch zu pusten. Das ist eine ganz natürliche Reaktion auf eine verstopfte Nase und völlig in Ordnung. Das richtige Naseputzen kann jedoch bei einem Infekt viel Erleichterung bringen und die Atmung spürbar verbessern. Mit ein paar spielerischen Übungen im Alltag lernt Ihr Kind ganz entspannt, wie die Luft durch die Nase nach draußen strömt.
Grundlagen: Wie das Naseputzen gelingt
Das Schnäuzen ist ein erstaunlich komplexer motorischer Ablauf für kleine Kinder. Ihr Kind muss dabei den Mund geschlossen halten und gleichzeitig bewusst Luft durch die Nase ausstoßen. Oft dauert es eine ganze Weile, bis Kinder diese feine Koordination verinnerlicht haben. Es erfordert ein gutes Körpergefühl, den Luftstrom gezielt umzuleiten.
Das Hochziehen des Sekrets ist medizinisch gesehen meist unbedenklich. Der Schleim wird einfach hinuntergeschluckt und im Magen neutralisiert. Dennoch hilft ein sanftes Putzen dabei, die Atemwege schneller zu befreien. Zudem wird die empfindliche Haut um die Nase geschont, wenn das ständige Wischen mit den Händen entfällt.
Es ist besonders hilfreich, das Pusten durch die Nase schon dann zu üben, wenn Ihr Kind völlig gesund ist. So entsteht kein Druck, wenn der nächste Infekt tatsächlich da ist und die Nase ohnehin schon schmerzt. Falls die Nase Ihres Kindes jedoch dauerhaft verstopft bleibt oder Sie Unsicherheiten bezüglich der Atmung haben, ist Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt die richtige Anlaufstelle. Dort können Sie in Ruhe abklären lassen, ob beispielsweise vergrößerte Polypen eine Rolle spielen.
Praktische Tipps für den Alltag
Feder-Pusten am Tisch
Legen Sie eine weiche Feder oder ein kleines Stück Watte auf den Tisch. Bitten Sie Ihr Kind, den Mund fest zu schließen und die Feder nur mit der Luft aus der Nase wegzupusten. Das macht großen Spaß und trainiert genau die richtige Atemtechnik für das spätere Naseputzen.
Den Drachenatem üben
Tun Sie so, als wären Sie kleine, feuerspeiende Drachen. Halten Sie abwechselnd ein Nasenloch zu und schnauben Sie kräftig durch das andere. Diese Übung hilft Ihrem Kind, das Gefühl für den einseitigen Luftstrom zu entwickeln. Es lenkt außerdem wunderbar davon ab, dass es sich eigentlich um eine Übung für die Gesundheit handelt.
Den Spiegel im Bad beschlagen
Stellen Sie sich gemeinsam vor den Badezimmerspiegel oder nutzen Sie einen kleinen Handspiegel. Wenn Ihr Kind durch die Nase ausatmet, entsteht ein lustiger Nebel auf dem Glas. So wird der unsichtbare Atem plötzlich sichtbar und greifbar.
Das richtige Taschentuch auswählen
Lassen Sie Ihr Kind beim Einkaufen eigene Taschentücher aussuchen. Weiche Tücher mit bunten Motiven oder den aktuellen Lieblingstieren machen das Putzen gleich viel interessanter. Ein eigenes Päckchen in der Hosentasche zu haben, macht viele Kinder stolz und motiviert sie.
Sanftes Vorgehen beim echten Putzen
Zeigen Sie Ihrem Kind, wie man ein Nasenloch sanft zuhält, während man durch das andere pustet. Achten Sie darauf, dass nicht zu viel Druck aufgebaut wird, um die empfindlichen Ohren zu schonen. Ein sanftes Pusten reicht völlig aus, um den Schleim in das Tuch zu befördern.
Ein eigenes Pflegeritual schaffen
Wenn die Nase durch häufiges Putzen rot und gereizt ist, hilft ein kleines Pflegeritual. Tragen Sie gemeinsam eine beruhigende Nasensalbe auf. Das zeigt Ihrem Kind, dass Sie sich kümmern, und macht die unangenehmen Seiten einer Erkältung etwas erträglicher.
Häufige Fragen
Ist das ständige Hochziehen schädlich?
In den meisten Fällen ist das Hochziehen völlig in Ordnung und ein natürlicher Schutzmechanismus. Der Schleim wandert in den Magen und wird dort abgebaut. Ein sanftes Putzen ist jedoch oft angenehmer, wenn die Nase sehr voll ist.
Was hilft, wenn mein Kind sich weigert?
Zwang hilft hier nicht weiter, da er oft zu Tränen und noch mehr Schleim führt. Versuchen Sie es mit pflegenden Kochsalztropfen, um das Sekret zu lösen. Wenn Ihr Kind stark beeinträchtigt ist, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt über weitere sanfte Methoden.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Üben?
Am besten üben Sie spielerisch in gesunden Phasen. Wenn Ihr Kind gerade krank und quengelig ist, fehlt oft die Geduld und die Energie für neue Lernschritte.
Zusammenfassung
- Naseputzen ist eine komplexe Fähigkeit, die Zeit, Geduld und Übung braucht.
- Spielerische Atemübungen wie Feder-Pusten helfen beim Lernen der Technik.
- Immer nur ein Nasenloch sanft zuhalten, um Druck auf die Ohren zu vermeiden.
- Hochziehen ist nicht schädlich, aber Putzen befreit die Nase oft besser.
- Bei hartnäckigen Beschwerden immer die kinderärztliche Praxis zurate ziehen.
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