Wann schlafen Kinder durch? Schlaf zwischen 16 und 28 Monaten
Häufige Fragen
Das Thema Schlaf beschäftigt viele Familien, besonders wenn die Nächte im zweiten Lebensjahr unruhig bleiben. In dieser spannenden Phase machen Kinder enorme Entwicklungssprünge durch, die sich oft direkt auf die Nächte auswirken. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich der Schlafzyklus verändert und was Ihrem Kind helfen kann. Wir schauen uns gemeinsam an, wie Sie die Nächte für alle Beteiligten entspannter gestalten.
Was Eltern über den Babyschlaf wissen können
Der Begriff des Durchschlafens führt im Alltag oft zu Missverständnissen. Medizinisch gesehen bedeutet Durchschlafen meist, dass ein Kind sechs bis acht Stunden am Stück ruht. Viele Kinder wachen danach auf, was ein völlig üblicher biologischer Prozess ist. Auch Erwachsene wachen nachts kurz auf, schlafen aber meist sofort wieder ein.
Rund um den achtzehnten Lebensmonat und kurz nach dem zweiten Geburtstag erleben viele Familien besonders unruhige Phasen. In dieser Zeit verfeinern sich die motorischen Fähigkeiten rasant. Ihr Kind lernt vielleicht gerade, sicher zu rennen, zu klettern oder Hindernisse zu überwinden. Diese körperliche Aktivität fordert das Nervensystem stark. Gleichzeitig wächst der Wortschatz enorm. All diese neuen Eindrücke und Fähigkeiten werden in der Nacht verarbeitet. Das Gehirn sortiert Erlebtes, was zu unruhigerem Schlaf oder häufigerem Aufwachen führen kann.
Zudem wird das eigene Ich in diesem Alter immer wichtiger. Kinder erleben eine neue Form der Unabhängigkeit am Tag, suchen aber in der Nacht oft verstärkt nach Nähe und Sicherheit. Manche Kinder schlafen in dieser Phase acht Stunden am Stück, andere melden sich zwei bis drei Mal pro Nacht. Beide Wege sind weit verbreitet und spiegeln das individuelle Temperament wider.
Praktische Tipps für ruhigere Nächte
Rituale anpassen
Ein verlässlicher Ablauf am Abend hilft Ihrem Kind, sich auf die Nacht einzustellen. Da Kleinkinder oft schwer von den Erlebnissen des Tages loslassen können, hilft eine ruhige Übergangsphase. Ein warmes Bad, ein vertrautes Buch oder ein ruhiges Lied signalisieren, dass der Tag nun endet.
Tageseindrücke verarbeiten
Nehmen Sie sich vor dem Einschlafen Zeit, um den Tag gemeinsam zu besprechen. Sie können Ihrem Kind mit ruhiger Stimme erzählen, was Sie heute alles erlebt haben. Das hilft vielen Kindern, die vielen neuen Eindrücke mental abzuschließen und entspannter in den Schlaf zu finden.
Sicherheit in der Nacht bieten
Wenn Ihr Kind nachts aufwacht, sucht es meist nach Orientierung und Geborgenheit. Ein kleines Nachtlicht oder ein vertrautes Kuscheltier können helfen. Reagieren Sie ruhig und leise, damit Ihr Kind spürt, dass alles in Ordnung ist und es sicher weiterschlafen kann.
Den Mittagsschlaf im Blick behalten
In der Zeit zwischen 16 und 28 Monaten stellt sich der Rhythmus oft um. Viele Kinder wechseln von zwei Schläfchen am Tag zu einem einzigen Mittagsschlaf. Wenn Ihr Kind abends sehr lange braucht, um zur Ruhe zu kommen, können Sie probieren, den Mittagsschlaf etwas zu verkürzen oder früher am Nachmittag zu beenden.
Auf sich selbst achten
Unruhige Nächte kosten Eltern viel Kraft. Versuchen Sie, sich die nächtliche Begleitung aufzuteilen, wenn das möglich ist. Nutzen Sie die Zeiten, in denen Ihr Kind tagsüber schläft, für Ihre eigene Erholung. Ein ausgeruhtes Elternteil kann in der Nacht oft ruhiger und gelassener reagieren.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Es gibt Momente, in denen Eltern sich Sorgen um die Gesundheit ihres Kindes machen. Wenn Ihr Kind nachts stark schnarcht, Atemaussetzer hat oder im Schlaf extrem unruhig atmet, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin. Auch wenn Sie selbst am Ende Ihrer Kräfte sind, ist die kinderärztliche Praxis eine gute erste Anlaufstelle, um gemeinsam nach Entlastung zu suchen.
Häufige Fragen
Hilft es, das Kind abends später ins Bett zu bringen?
Oft führt ein spätes Zubettgehen nicht zu längerem Schlaf. Übermüdete Kinder finden meist schwerer in den Schlaf und wachen nachts häufiger auf. Ein regelmäßiger Rhythmus, der zur Müdigkeit des Kindes passt, ist oft hilfreicher.
Sind Albträume in diesem Alter häufig?
Ja, mit der wachsenden Fantasie beginnen viele Kinder intensiver zu träumen. Manchmal wachen sie weinend auf und brauchen etwas Zeit, um sich in der Realität zu orientieren. Viel körperliche Nähe und eine ruhige Stimme helfen Ihrem Kind dann am besten.
Braucht mein Kind nachts noch Nahrung?
Viele Kinder in diesem Alter benötigen rein körperlich keine nächtlichen Mahlzeiten mehr. Wenn sie nachts nach Milch verlangen, ist das oft eher ein Bedürfnis nach Nähe und dem vertrauten Beruhigungsritual. Sie können versuchen, dieses Ritual schrittweise durch andere Formen der Zuwendung zu ersetzen.
Zusammenfassung
- Durchschlafen bedeutet oft sechs bis acht Stunden Schlaf am Stück.
- Nächtliches Aufwachen ist ein biologischer Prozess, besonders bei großen Entwicklungssprüngen.
- Feste Abendrituale und ruhige Übergänge erleichtern das Einschlafen.
- Nähe und Sicherheit sind in der Nacht das wichtigste Bedürfnis Ihres Kindes.
- Bei Schnarchen oder Atemaussetzern hilft der Kinderarzt oder die Kinderärztin weiter.
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