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Warum Ihr Baby ständig Dinge auf den Boden wirft

Häufige Fragen

Viele Eltern kennen dieses vertraute Spiel am Esstisch. Der Löffel fällt zu Boden, Sie heben ihn auf, und im nächsten Moment fliegt er wieder hinab. Dieses wiederholte Fallenlassen ist ein faszinierender und wichtiger Entwicklungsschritt für Ihr Kind. In diesem Artikel erfahren Sie, warum diese Phase so wertvoll ist und wie Sie im Alltag entspannt damit umgehen können.

Spannende Experimente: Die Grundlagen des Werfens

Für uns Erwachsene wirkt es oft wie eine reine Geduldsprobe. Für Ihr Kind ist es jedoch ein hochspannendes physikalisches Experiment. Viele Babys beginnen im zweiten Lebenshalbjahr damit, Gegenstände ganz bewusst aus der Hand gleiten zu lassen. Sie erforschen dabei die Welt auf eine völlig neue Art und Weise.

Ein zentraler Begriff in dieser Phase ist die sogenannte Objektpermanenz. Das bedeutet: Ihr Kind lernt allmählich, dass Dinge auch dann noch existieren, wenn sie aus dem Blickfeld verschwinden. Wenn der Bauklotz vom Hochstuhl fällt, ist er nicht für immer weg. Er liegt einfach nur unten auf dem Boden und kann wieder auftauchen.

Gleichzeitig entdeckt Ihr Kind das faszinierende Ursache-Wirkungs-Prinzip. Es stellt fest, dass sein eigenes Handeln eine direkte Konsequenz hat. Ein Loslassen führt zum Fallen, das Fallen erzeugt ein Geräusch, und oft folgt darauf eine Reaktion der Eltern. Dieses Erlebnis von Selbstwirksamkeit stärkt das kindliche Selbstvertrauen enorm.

Zudem ist das gezielte Loslassen eines Gegenstandes eine motorische Meisterleistung. Während das Greifen oft schon früh gut klappt, erfordert das bewusste Öffnen der Hand zum richtigen Zeitpunkt viel Koordination. Ihr Kind trainiert durch das ständige Wiederholen also intensiv seine Feinmotorik und die Hand-Auge-Koordination.

Praktische Tipps für den Alltag

Die Entdeckerfreude Ihres Kindes ist wunderbar, kann im Alltag aber manchmal anstrengend sein. Mit ein paar einfachen Strategien lässt sich diese Phase für alle Beteiligten entspannter gestalten.

Sichere Abwurfzonen schaffen

Bieten Sie Ihrem Kind gezielt Orte an, an denen das Fallenlassen ausdrücklich erlaubt ist. Eine weiche Krabbeldecke mit einem Korb voller weicher Bälle oder Stofftiere eignet sich hervorragend. Hier kann Ihr Kind ausgiebig experimentieren, ohne dass etwas kaputtgeht oder laute Geräusche entstehen.

Das Spiel bewusst begleiten

Machen Sie aus dem Fallenlassen ein gemeinsames Spiel. Setzen Sie sich zusammen auf den Boden und lassen Sie abwechselnd Bauklötze in einen Eimer fallen. Kommentieren Sie das Geschehen mit fröhlichen Worten wie "Plumps" oder "Treffer". So wird der Entdeckerdrang spielerisch in geordnete Bahnen gelenkt.

Entspannung am Esstisch

Besonders beim Essen fliegen oft Löffel und Brotstücke tief. Hier helfen Teller mit Saugnäpfen, die fest auf dem Tisch haften. Eine abwaschbare Matte unter dem Hochstuhl schont zudem Ihre Nerven. Versuchen Sie, möglichst neutral zu reagieren, wenn etwas hinunterfällt. Eine große elterliche Reaktion macht das Spiel für Ihr Kind oft erst richtig interessant.

Sicherungen für unterwegs

Im Kinderwagen oder Autositz kann ständiges Aufheben schnell unpraktisch werden. Nutzen Sie hierfür spezielle Befestigungsbänder für Spielzeug oder Schnuller. So kann Ihr Kind seine geliebten Gegenstände aus dem Wagen werfen, sie gehen aber nicht verloren und berühren nicht den schmutzigen Boden. Sie können das Spielzeug dann einfach an der Schnur wieder nach oben ziehen.

Sanfte Alternativen anbieten

Wenn Ihr Kind Gegenstände wirft, die gefährlich oder zerbrechlich sind, greifen Sie ruhig ein. Nehmen Sie den Gegenstand freundlich weg und bieten Sie eine sichere Alternative an. Sie können sagen: "Der Schlüssel bleibt auf dem Tisch, aber du darfst diesen weichen Ball werfen." So zeigen Sie klare Grenzen auf, ohne den Forscherdrang zu bremsen.

Häufige Fragen von Eltern

Viele Eltern stellen sich in dieser Phase ähnliche Fragen. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Unsicherheiten.

Macht mein Kind das, um mich zu ärgern?

Nein, Ihr Kind handelt in diesem Alter nicht aus böser Absicht oder Provokation. Es ist schlichtweg fasziniert von der Schwerkraft und den Reaktionen seiner Umwelt. Das ständige Wiederholen ist seine Art, die Welt zu begreifen und physikalische Gesetze zu studieren.

Wann hört diese Phase wieder auf?

Das Interesse am Fallenlassen verändert sich oft, sobald das Ursache-Wirkungs-Prinzip vollständig verstanden ist. Viele Kinder gehen dann dazu über, Dinge gezielter zu werfen oder zu sortieren. Jedes Kind entwickelt sich hier in seinem ganz eigenen Tempo.

Was tun, wenn aus Frust geworfen wird?

Manchmal werfen Kinder Gegenstände, weil sie müde oder überreizt sind. Begleiten Sie diese Gefühle ruhig und benennen Sie sie. Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, dass Ihr Kind sehr häufig aus starker Wut wirft, oder wenn Sie sich allgemein Sorgen um die Entwicklung machen, sprechen Sie dies bei Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin an. Dort erhalten Sie wertvolle Unterstützung und können offene Fragen klären.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte

  • Das Fallenlassen ist ein wichtiges physikalisches Experiment für Ihr Kind.
  • Es fördert das Verständnis für Ursache und Wirkung sowie die Objektpermanenz.
  • Das bewusste Loslassen trainiert die Feinmotorik und die Hand-Auge-Koordination.
  • Schaffen Sie sichere Spielzonen, in denen das Werfen ausdrücklich erlaubt ist.
  • Bleiben Sie am Esstisch möglichst gelassen und nutzen Sie praktische Helfer wie Saugnapf-Teller.
  • Bieten Sie stets weiche Alternativen an, wenn harte Gegenstände geworfen werden.
  • Bei anhaltenden Sorgen zur Entwicklung ist die kinderärztliche Praxis der richtige Ansprechpartner.

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