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Ernährung4 Min. Lesezeit

Warum landet das Essen gerade so gerne auf dem Boden?

Häufige Fragen

Beikost ist ein großes Abenteuer für die Sinne. Oft wandert der liebevoll gekochte Brei oder das Fingerfood jedoch nicht in den Mund, sondern direkt auf den Fußboden. Das kann für Eltern anstrengend sein, ist für Ihr Kind aber ein faszinierender Lernschritt.

Warum der Fußboden so spannend ist

Für Ihr Kind ist der Esstisch ein echtes Forschungslabor. Wenn ein Stück Banane über die Tischkante rutscht, passieren gleich mehrere aufregende Dinge. Zuerst greift die Schwerkraft. Ihr Kind entdeckt, dass Dinge immer nach unten fallen und niemals nach oben schweben.

Gleichzeitig ist das bewusste Loslassen eine große motorische Leistung. Das Greifen haben viele Kinder bereits gut geübt. Die Hand aber im genau richtigen Moment wieder zu öffnen, erfordert viel Konzentration und Fingerfertigkeit. Das Essen ist das perfekte Übungsmaterial für diese neue Fähigkeit.

Zudem erforscht Ihr Kind Ursache und Wirkung. Fällt die Nudel, macht sie ein leises Geräusch. Fällt der Löffel mit Brei, klatscht es laut. Noch interessanter wird das Spiel, wenn Mama oder Papa das gefallene Stück sofort wieder aufheben. Aus Sicht Ihres Kindes ist das ein wunderbares, interaktives Spiel.

Gelassene Wege durch die Wurf-Phase

Die Wurf-Phase am Esstisch ist ein typischer Entwicklungsschritt. Mit ein paar einfachen Anpassungen können Sie den Stress für alle Beteiligten deutlich reduzieren.

Bieten Sie kleine Portionen an. Legen Sie anfangs nur ein oder zwei Stücke Essen auf das Tablett Ihres Kindes. Weniger Essen bedeutet weniger Wurfmaterial und hilft Ihrem Kind, sich auf die eigentliche Mahlzeit zu konzentrieren. Sie können jederzeit nachlegen, wenn der Teller leer ist.

Nutzen Sie einen Bodenschutz. Eine abwaschbare Matte, eine alte Tischdecke oder ein großes Handtuch unter dem Hochstuhl fangen das Chaos auf. So können Sie heruntergefallene Stücke nach dem Essen einfach ausschütteln oder abwischen, ohne den Boden aufwendig schrubben zu müssen.

Bleiben Sie in Ihren Reaktionen möglichst neutral. Ein lautes Schimpfen oder auch ein amüsiertes Lachen zeigen Ihrem Kind, dass es eine starke Reaktion hervorgerufen hat. Ein ruhiges Begleiten reicht völlig aus. Sie können das Essen kommentarlos wegnehmen oder freundlich sagen, dass das Essen auf dem Tisch bleibt.

Bieten Sie eine Alternative an. Stellen Sie eine kleine, leere Schüssel neben den Teller. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es Stücke, die es nicht essen möchte, dort hineinlegen kann. Viele Kinder nehmen diese neue Sortieraufgabe gerne an.

Achten Sie auf die Satt-Zeichen. Oft beginnt das ausgiebige Werfen erst, wenn der größte Hunger gestillt ist. Wenn Ihr Kind anfängt, mehr mit dem Essen zu spielen als es zu essen, können Sie die Mahlzeit ruhig beenden.

Sprechen Sie mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt, wenn Sie sich Sorgen machen. Falls Ihr Kind dauerhaft Nahrung verweigert, das Schlucken schwerfällt oder Sie unsicher bezüglich der Ernährung sind, ist die kinderärztliche Praxis der beste Ansprechpartner.

Häufige Fragen zum Essen auf dem Boden

Macht mein Kind das, um mich zu ärgern?

Nein, Ihr Kind handelt aus reinem Forscherdrang. Es testet die Schwerkraft und beobachtet fasziniert Ihre Reaktionen. Es gibt in diesem Alter noch keine böse Absicht am Esstisch.

Wann hört das Werfen wieder auf?

Oft verliert das Spiel seinen Reiz, sobald die motorischen Fähigkeiten ausgereift sind und das Loslassen nichts Neues mehr ist. Auch wenn Ihr Kind versteht, dass das Essen wirklich nur zum Sattwerden da ist, wird das Werfen weniger.

Darf ich das heruntergefallene Essen wieder anbieten?

Das hängt davon ab, wie sauber Ihr Boden ist und um welches Essen es sich handelt. Ein trockenes Stück Brot auf einer frischen Matte können Sie bedenkenlos wieder auf den Tisch legen. Feuchter Brei auf dem Teppich ist eher ein Fall für den Mülleimer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Werfen von Essen ist ein wichtiges Experiment zur Schwerkraft und zu Ursache und Wirkung.
  • Bewusstes Loslassen ist ein großer motorischer Schritt für Ihr Kind.
  • Kleine Portionen auf dem Teller reduzieren das Chaos.
  • Eine neutrale Reaktion nimmt dem Wurf-Spiel den Reiz.
  • Eine abwaschbare Matte unter dem Stuhl schont Ihre Nerven.
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