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Warum zeigt mein Kind auf alles? Die Magie der gemeinsamen Aufmerksamkeit

Häufige Fragen

Wenn Ihr Kind plötzlich mit dem kleinen Finger auf alles in seiner Umgebung deutet und Sie dabei erwartungsvoll ansieht, erleben Sie einen faszinierenden Entwicklungsschritt. Dieses Verhalten ist ein wunderbarer Weg, wie kleine Entdecker mit Ihnen in Kontakt treten und die Welt begreifen lernen. In diesem Artikel erfahren Sie, was genau hinter dieser Geste steckt und wie Sie Ihr Kind in dieser spannenden Phase liebevoll begleiten können.

Die Entwicklung der Zeigegeste

Zunächst greifen Babys oft nach Dingen, die sie gerne haben möchten. Daraus entwickelt sich mit der Zeit das sogenannte imperative Zeigen. Das Kind signalisiert damit einen konkreten Wunsch, etwa nach dem Lieblingsspielzeug auf dem hohen Regal oder dem Keks auf dem Tisch.

Später folgt ein noch faszinierenderer Schritt, das deklarative Zeigen. Hierbei geht es nicht mehr primär darum, einen Gegenstand zu bekommen. Das Kind möchte vielmehr Ihre Aufmerksamkeit auf ein Objekt lenken, um eine Erfahrung mit Ihnen zu teilen.

Dieser Übergang vom reinen Wünschen zum echten Teilen von Erlebnissen ist ein wunderbarer Meilenstein. Er zeigt, dass Ihr Kind versteht, dass Sie beide unterschiedliche Dinge sehen und sich darüber austauschen können.

Die Magie der gemeinsamen Aufmerksamkeit

Es ist ein Schlüsselmoment, wenn Ihr Kind auf einen Hund zeigt und dann zu Ihnen blickt, um zu sehen, ob Sie das Tier ebenfalls bemerken. Fachleute nennen dieses Phänomen gemeinsame Aufmerksamkeit. Durch diesen geteilten Fokus baut Ihr Kind eine Brücke zwischen sich, Ihnen und der Umgebung.

Diese gemeinsame Aufmerksamkeit ist einer der wichtigsten Bausteine für das kindliche Lernen. Wenn Sie benennen, worauf der kleine Finger zeigt, verknüpft Ihr Kind das sichtbare Objekt direkt mit dem passenden Wort. So wächst der Wortschatz auf eine ganz natürliche und spielerische Weise.

Dabei geht es nicht nur um das bloße Lernen von Vokabeln, sondern vor allem um emotionale Verbundenheit. Das gemeinsame Staunen über einen großen Bagger oder einen bunten Schmetterling stärkt die Bindung und gibt Ihrem Kind das sichere Gefühl, verstanden zu werden.

Praktische Tipps für den Alltag

Benennen und Beschreiben

Wenn Ihr Kind auf etwas zeigt, benennen Sie den Gegenstand klar und deutlich. Fügen Sie gerne ein kleines Detail hinzu. Sagen Sie zum Beispiel: „Ja, da ist ein Auto. Ein großes, rotes Auto.“

Die Blickrichtung verfolgen

Begeben Sie sich auf die Augenhöhe Ihres Kindes, um genau zu sehen, was es gerade fasziniert. Manchmal ist es nicht der große Baum, sondern der winzige Käfer auf der Rinde, der die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Eigene Entdeckungen teilen

Drehen Sie den Spieß auch einmal um und zeigen Sie selbst auf spannende Dinge in der Umgebung. Begleiten Sie Ihre Geste mit Worten wie „Schau mal, da drüben fliegt ein Vogel.“ So lernt Ihr Kind, auch Ihrem Blick zu folgen.

Emotionen spiegeln

Kinder zeigen oft auf Dinge, die sie begeistern oder manchmal auch erschrecken. Spiegeln Sie diese Gefühle in Ihrer Reaktion. Sagen Sie etwa: „Der Hund bellt aber laut, das ist wirklich aufregend.“

Geduld bei Wiederholungen

Viele Kinder zeigen auf dem gleichen Spaziergang immer wieder auf denselben Laternenpfahl oder das gleiche Verkehrsschild. Diese ständige Wiederholung hilft ihnen, das neu gewonnene Wissen tief im Gehirn zu verankern.

Häufige Fragen

Was, wenn mein Kind auf etwas zeigt, das ich nicht benennen kann?

Das ist gar kein Problem. Beschreiben Sie einfach die Eigenschaften des Gegenstands. Sie können sagen: „Oh, das ist aber schön rund und glänzt in der Sonne.“ Die genaue Vokabel ist weniger wichtig als Ihre zugewandte Reaktion.

Mein Kind zeigt auf Dinge, weint aber, wenn ich sie ihm gebe. Warum?

Oft möchte das Kind das Objekt gar nicht haben. Es möchte lediglich Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken und die Entdeckung mit Ihnen teilen. Ein anerkennendes Nicken und Benennen reicht in diesen Momenten völlig aus.

Wann ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen?

Manche Kinder entwickeln diese Gesten früher, andere lassen sich etwas mehr Zeit. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind im Alter von etwa 18 Monaten gar nicht auf Dinge zeigt oder selten Blickkontakt sucht, können Sie Ihre Beobachtungen bei der nächsten Untersuchung in der kinderärztlichen Praxis besprechen.

Zusammenfassung

  • Das Zeigen auf Gegenstände ist ein wichtiger Schritt in der Kommunikation.
  • Gemeinsame Aufmerksamkeit bildet das Fundament für das Erlernen von Sprache.
  • Durch das Benennen der gezeigten Dinge helfen Sie Ihrem Kind, die Welt zu verstehen.
  • Geteilte Freude über Entdeckungen stärkt Ihre emotionale Bindung.
  • Bei Unsicherheiten zur Entwicklung ist die kinderärztliche Praxis die richtige Anlaufstelle.
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