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Ernährung4 Min. Lesezeit

Wie Ihr Baby das Trinken aus einem offenen Becher lernt

Häufige Fragen

Der Übergang zum offenen Becher ist ein spannender motorischer Meilenstein für Ihr Kind. Diese neue Fähigkeit stärkt die Mundmuskulatur und fördert die Koordination auf ganz spielerische Weise. In diesem Artikel erfahren Sie, mit welchen kleinen Schritten das Üben am Anfang besonders gut gelingt.

Grundlagen für den Start

Wenn es um das Trinkenlernen geht, fragen sich viele Eltern, wann der richtige Zeitpunkt ist. Oft beginnen Familien damit, wenn sie Beikost einführen, meist rund um das Alter von sechs Monaten. Ein offener Becher bietet viele wunderbare Vorteile für die Entwicklung. Er trainiert die Lippen, die Zunge und den Kiefer. Diese Muskeln sind später auch für das Sprechen sehr wichtig.

Am Anfang geht es noch gar nicht darum, den Durst zu stillen. Muttermilch oder Pre-Nahrung bleiben im ersten Lebensjahr die wichtigste Flüssigkeitsquelle. Das Wasser im Becher dient rein zum Üben, für die sensorische Erfahrung und den Spaß am Entdecken. Manche Kinder zeigen schon früh großes Interesse an den Gläsern der Eltern, andere brauchen etwas mehr Zeit. Jeder Weg ist hier genau richtig und Ihr Kind lernt in seinem ganz eigenen Tempo.

Der Trinkvorgang aus einem Becher erfordert eine völlig andere Technik als das Saugen an der Brust oder der Flasche. Ihr Kind lernt nun, die Flüssigkeit mit den Lippen aufzunehmen und den Schluckreflex bewusst zu steuern. Das ist eine hochkomplexe Aufgabe für das kleine Gehirn. Mit Geduld und einer entspannten Atmosphäre begleiten Sie Ihr Kind wunderbar bei diesem Lernprozess.

Praktische Tipps für den Alltag

Den passenden Becher wählen

Ein kleiner Becher ist für winzige Hände und Münder ideal. Schnapsgläser aus dickem Glas oder kleine Silikonbecher eignen sich hervorragend. Sie passen gut zur Gesichtsform Ihres Kindes und stoßen nicht an die Nase. So hat Ihr Kind einen guten Überblick und kann die Flüssigkeit besser einschätzen.

Auf eine aufrechte Haltung achten

Sicheres Trinken erfordert eine stabile, aufrechte Sitzposition. Ob auf Ihrem Schoß oder im Hochstuhl, eine gute Unterstützung für Rücken und Rumpf ist wichtig. So kann sich Ihr Kind voll und ganz auf die neue Aufgabe des Schluckens konzentrieren.

Mit winzigen Mengen starten

Füllen Sie am Anfang nur einen kleinen Schluck Wasser in den Becher. Das verhindert große Überschwemmungen und Ihr Kind kann die Menge im Mund besser kontrollieren. Wenn der Becher leer ist, können Sie einfach ein wenig nachschenken.

Sanfte Hilfestellung geben

Führen Sie den Becher in den ersten Wochen gemeinsam zum Mund. Legen Sie den Rand sanft an die Unterlippe Ihres Kindes und neigen Sie das Gefäß ganz langsam. So kann Ihr Kind das Wasser spüren und den Mund im eigenen Tempo schließen.

Kleckern liebevoll akzeptieren

Wasser wird am Anfang unweigerlich auf der Kleidung oder dem Boden landen. Das ist ein völlig natürlicher Teil des Lernprozesses. Ein großes Lätzchen oder ein Handtuch unter dem Stuhl nehmen den Druck aus der Situation und machen das Üben entspannter.

In der Badewanne üben

Die Badewanne ist ein wunderbarer, stressfreier Ort für die ersten Trinkversuche. Hier macht es gar nichts aus, wenn das Wasser daneben fließt. Ihr Kind kann ganz entspannt mit einem kleinen Plastikbecher experimentieren und spielerisch den Umgang mit Wasser lernen.

Häufige Fragen

Mein Kind hustet beim Trinken, ist das ein Problem?

Ein gelegentliches Verschlucken oder Husten passiert vielen Kindern am Anfang. Es ist ein natürlicher Schutzreflex, während sie lernen, das Atmen und Schlucken zu koordinieren. Wenn Sie jedoch anhaltende Bedenken beim Schluckvorgang haben, sprechen Sie gerne mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.

Wie viel Wasser braucht mein Kind?

Im ersten Lebensjahr deckt Milch den Flüssigkeitsbedarf sehr gut ab. Ein paar Schlucke Wasser zu den Mahlzeiten reichen völlig aus, um die Technik zu üben und den Mund nach dem Essen zu erfrischen.

Welche Temperatur sollte das Wasser haben?

Zimmerwarmes Wasser wird von den meisten Kindern als sehr angenehm empfunden. Es gibt einen klaren sensorischen Reiz im Mund, ohne durch starke Kälte zu erschrecken.

Zusammenfassung

  • Der Start mit dem offenen Becher gelingt oft parallel zur Beikosteinführung.
  • Kleine Becher mit einem winzigen Schluck Wasser erleichtern die ersten Versuche erheblich.
  • Eine aufrechte Sitzposition sorgt für ein sicheres und konzentriertes Trinkerlebnis.
  • Kleckern und Ausprobieren gehören ganz natürlich zum Lernprozess dazu.
  • Bei Unsicherheiten rund um das Schlucken ist die kinderärztliche Praxis die richtige Anlaufstelle.
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